Die beiden SVP-Politiker wollen anstelle des geltenden Majorz- das Proporzwahlsystem (Verhältniswahlverfahren) einführen. Aktueller Anlass ist der Parteiaustritt von Gesundheitsdirektorin Franziska Roth aus der SVP. Giezendanner betont, das sei nur der äussere Anlass. Diese Forderung brachte die SVP schon 2012 ein, damals unterlag sie damit im Grossen Rat.

Giezendanner und Gallati stören sich sehr daran, dass 50 Jahre lang SP, FDP und CVP mit bis je zwei Regierungsräten übervertreten gewesen seien. Künftig, so die beiden, soll jede Partei fünf Kandidierende aufstellen, und sollen Parteien Listenverbindungen eingehen können. Das könnte gerade für Kleinparteien eine Chance sein, erwarten die beiden, da bei den Wahlen im Herbst der Wähleranteil der CVP hinter denjenigen einer Nicht-Regierungspartei zurückfallen könnte. Giezendanner: «Selbstverständlich würde CVP-Regierungsrat Markus Dieth auch im neuen Verfahren wiedergewählt, da dies schliesslich weiter auch Persönlichkeitswahlen sind.»

Nach Roth-Eklat: SVP will neues Wahlsystem für Regierungsrat

SVP will neues Wahlsystem für Regierungsrat – das sagen Benjamin Giezendanner, Yvonne Feri und Daniel Hölzle.

Aber Parteilose wie Franziska Roth oder früher Kurt Wernli hätten mit dem neuen System praktisch keine Chance mehr. Und das ist gewollt. Giezendanner: «Da muss man auch genug Listenstimmen machen. Das schaffen Parteilose nicht. Sie sollen kandidieren dürfen, gehören meines Erachtens aber nicht in die Regierung. Denn ohne Partei sind sie hilflos, könnten nichts mehr bewegen, nur noch reagieren.» (mku)

Aargauer Regierungsrat – die offiziellen Fotos von 2005 bis 2018:

«Die Leute bei der SVP hatten einfach keine Eier» – so diskutieren Roths Kritiker über den Eklat:

Wie SVP-Präsident Thomas Burgherr auf die Kritik reagiert und was der Parteiaustritt für den Aargau und Franziska Roth selber bedeutet, im TalkTäglich.

Wie SVP-Präsident Thomas Burgherr auf die Kritik reagiert und was der Parteiaustritt für den Aargau und Franziska Roth selber bedeutet, im TalkTäglich.