Sie hängen an Kandelabern, stehen auf der Wiese, oder kleben an offiziellen Stellen – unzählige Wahlplakate säumen derzeit die Strassen im Aargau. Doch wie viele sind es tatsächlich?

Eine Umfrage der az bei den Parteien, die im Nationalrat vertreten sind, zeigt auf: FDP, CVP, Grüne, BDP und GLP kommen zusammen bereits auf 15 200 Plakate.

Geht man davon aus, dass SVP und SP im ähnlichen Rahmen plakatieren, dürften es insgesamt über 20 000 Plakaten sein.

Wie viele die SVP als grösste Partei aufhängt, kann Wahlkampfleiter Werner Laube nicht genau angeben. «Für die wilde Plakatierung, das heisst für die Basiswerbung der SVP Aargau, benutzen wir das Sujet ‹Frei bleiben› und auf der andern Seiten das Sujet «Knecht wählen - Könige hat es genug.»

Diese doppelten Plakate werden im Kanton an rund 1000 Standorten aufgestellt. Zusätzlich plakatieren Kandidierende im Rahmen ihrer persönlichen Kampagne sowie Orts- und Bezirks- parteien für Veranstaltungen.

Zu den Kosten sagt Laube: «Die Kantonalpartei kreiert und druckt die Sujets für die wilde Plakatierung, die Kosten belaufen sich auf rund 4000 Franken.» Der Rest ist Sache der Kandidierenden sowie der Bezirks- und Ortsparteien.

Die Wahlplakate und die Kosten.

Die Wahlplakate und die Kosten.

SP, Grüne, GLP nennen Kosten

Florian Vock, Wahlkampfleiter der SP, kann keine genaue Plakatzahl nennen, «weil die Sektionen und Kandidierenden ehrenamtlich und selbstständig plakatieren».

Die Kantonalpartei stelle Plakate in verschiedenen Formaten zur Verfügung, die ganz unterschiedlich eingesetzt würden. Die Kosten kann Vock hingegen beziffern: «Die gesamten Ausgaben der SP Aargau für Wild- und Bezahlplakate belaufen sich auf 48 000 Franken.»

Die kantonale SP schalte vier Varianten von Themenplakaten (Krankenkassen-Prämien, Steuergerechtigkeit, Kita-Plätze und Asylpolitik). Die sogenannte Kopfplakatierung organisieren und finanzieren Kandidierende und ihre Komitees selbstständig.

Die Grünen Aargau hängen laut Parteisekretär Gregor Zimmermann 1370 Kandelaberplakate und 635 Papierplakate auf. «Die ganze Plakatkampagne mit Fotos, Gestaltung, Druck und Aushang kostet uns ohne die Ständeratskandidatur ungefähr 45 000 Franken», rechnet er vor. Davon kommen rund 12 000 Franken von den Kandidierenden, der Rest von der Partei.

Die Grünliberalen hängen 2900 Kandelaberplakate und 95 Weltformat-Plakate auf. Für die Kampagne geben sie laut Wahlkampfleiter Sandro Stamm 15 300 Franken aus. Er rechnet vor: «8700 Franken für Kandelaberplakate, 600 Franken für Weltformat-Plakate, beides bezahlt durch Kandidierende. Die Partei übernimmt die Miete für die Plakatständer, inklusive Bekleben und Reinigen, das sind 6000 Franken.»

Imagekampagne bei FDP und CVP

Auch die Freisinnigen setzen auf Plakate, wie Kaspar Schoch, Geschäftsführer der FDP Aargau, sagt: «Die Kantonalpartei hat rund 1700 Plakate an ihre Orts- und Bezirksparteien zum Wild-Plakatieren abgegeben.»

Im gekauften Raum sind es insgesamt 320 Plakate, welche die FDP Aargau für eine Image-Kampagne im Frühling und für die eigentliche Wahlkampagne gebucht hat. Zu den Kosten äussert sich Schoch nicht. «Der Geschäftsleitungsausschuss der FDP Aargau hat entschieden, über die Wahlkampffinanzen keine Auskunft zu erteilen», sagt der Freisinnige.

Die CVP Aargau platziert im Wahlkampf rund 2600 Plakate im Weltformat (89,5 x 128 cm), dazu kommen 2000 Kandelaberplakate. «Die Zahl der Plakate auf bezahlten Flächen können wir nicht beziffern, da die Kandidierenden diese selber organisieren», sagt Geschäftsführerin Susan Diethelm.

Die CVP Aargau habe zudem im Juni eine Themenvorkampagne mit Plakaten mit den Schlagworten «vielfältig, lösungsorientiert, erprobt» durchgeführt. Die Kosten kann Diethelm nicht beziffern, «weil die Kandidierenden die Plakatkampagne selber bezahlen und organisieren müssen». Die Partei übernehme nur die Materialkosten, Plakate müssen von den Kandidierenden indes selber gestaltet und gedruckt werden.

Bernhard Guhl, Nationalrat und Präsident der BDP Aargau, setzt auf Pla- kate mit den Slogans «für die Energiewende, für Frauenpower, für den bilateralen Weg.» 1200 dieser Plakate werden an Kandelabern aufgehängt, «etwa im gleichen Umfang haben die Kandidaten persönliche Plakate bestellt», sagt Guhl. Über die Kosten der Kampagne gibt die BDP keine Auskunft.