Pädagogische Hochschule
Mehr als 200 Aargauerinnen und Aargauer haben in diesem Jahr ihr Lehrerdiplom erhalten – das sind 40 mehr als im Vorjahr

An der Pädagogischen Hochschule FHNW haben in diesem Jahr 735 Personen ihr Diplom erhalten. 207 davon kommen aus dem Aargau. Doch der Mangel an Lehrkräften ist damit nicht behoben.

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207 Aargauerinnen und Aargauer konnten im Jahr 2022 an der Pädagogischen Hochschule FHNW diplomieren.

207 Aargauerinnen und Aargauer konnten im Jahr 2022 an der Pädagogischen Hochschule FHNW diplomieren.

Bild: Barbara Keller/zvg

Die Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz hat im laufenden Jahr 735 angehende Fachpersonen diplomiert. 207 davon sind Aargauerinnen und Aargauer. Gegenüber dem letzen Jahr ist das eine Steigerung, 2021 schlossen noch 167 Personen aus dem Aargau ihr Studium an der PH FHNW ab. An den Standorten in Basel, Brugg-Windisch und Muttenz wurden die Diplomierten gefeiert.

Auch die frisch ausgebildeten Fachpersonen können den akuten Lehrpersonenmangel nicht auffangen. Am Dienstagmittag waren auf dem kantonalen Stellenportal für die Aargauer Schulen insgesamt 249 Stellen ausgeschrieben.

Guido McCombie, der seit März Direktor der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz ist, sagte kürzlich im AZ-Interview: «Wir schaffen es nicht, jede offene Stelle mit einer vollständig qualifizierten Lehrperson zu besetzen.» Es werde noch einmal schlimmer, bevor es besser werde, führt McCombie aus. Er meint, dass der Fachkräftemangel die Schweiz die nächsten zehn Jahre beschäftigen wird.

Die Zahl der Eintritte an der Pädagogischen Hochschule in Brugg/Windisch geht ebenfalls zurück. So hatten im letzten Jahr 934 Personen die Ausbildung zur Lehrperson begonnen, 81 Neueintritte weniger als noch im Jahr 2020. Es ist der zweitniedrigste Wert der letzten fünf Jahre, nur 2019 waren es mit 902 Personen noch weniger.

Taskforce gegen Lehrkräftemangel

Der Kanton Aargau hat in diesem Jahr eine Taskforce ins Leben gerufen, die sich mit dem Lehrkräftemangel beschäftigt und kurz- und mittelfristige Lösungen sucht. Dort ist auch die Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz mit an Bord.

Die politischen Parteien im Aargau bringen ihrerseits auch Vorschläge, wie der Lehrkräftemangel behoben werden könnte. So fordert die FDP ein Mindestpensum für Lehrpersonen – die Regierung könnte sich die Umsetzung dieses Vorschlags vorstellen. Die SVP schlägt vor, dass Lehrpersonen eine halbe Lektion mehr unterrichten. Damit liessen sich 120 Vollzeitstellen einsparen. Eine Erhöhung des Normalpensums führe aber zu einer Verschlechterung der Anstellungsbedingungen und schwäche die Konkurrenzfähigkeit des Aargaus zu den umliegenden Kantonen, warnt der Regierungsrat. (fan)