Für SP-Grossrat Florian Vock sind Bussen an Berufsschulen eine «pädagogische Kapitulation» und sie schaffen eine «soziale Ungerechtigkeit». Deshalb reichte Vock im Grossen Rat eine Motion ein, die verlangt, dass Geldbussen an den Berufsschulen verboten werden sollen.

Der Regierungsrat hingegen möchte die Bussen nicht abschaffen. Dies aus zwei Gründen. Erstens sind sie praktisch und zweitens wirken sie abschreckend. Denn die alternative zu den Geldbussen für Schüler, die gegen die Schulordnung verstossen haben, wäre die Verpflichtung zu einer erzieherisch sinnvollen Tätigkeit von maximal acht Stunden.

Diese Arbeitseinsätze im Rahmen der Berufsbildung umzusetzen, erweist sich aber als ziemlich schwierig. Denn die Arbeitseinsätze müssten zwingend in der Freizeit der Lernenden stattfinden und von Angestellten der Berufsschulen betreut werden. Und es müssten genügend geeignete Arbeiten vorhanden sein. Der organisatorische und finanzielle Aufwand wäre hoch.

Zwar sieht auch die Regierung keinen besonderen pädagogischen Nutzen in den Bussen. Sie stellt aber nüchtern fest, dass das System offenbar funktioniert: Bussen hätten klar eine abschreckende Wirkung auf die grosse Mehrheit der Berufslernenden. Warum also ändern, was sich bewährt?

Die Einnahmen aus den Bussgeldern kommen vollumfänglich den Lernenden zugute. Sie werden verwendet für Schulexkursionen, Sporttage, Feste oder als Nothilfe für Lernende.