120 Mikrogramm pro Kubikmeter - das ist der vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) festgelegte Höchstwert für die Ozonbelastung. Es handelt sich dabei um einen Stunden-Mittelwert, der pro Jahr nicht mehr als einmal überschritten werden sollte. Dieses Jahr gab es in Schupfart bisher 361 solcher Stunden.

«Je mehr Sonne, desto mehr Ozon», erklärt Heiko Loretan vom kantonalen Amt für Bau, Verkehr und Umwelt. Dass die Ozonwerte im Sommer hoch sind, sei also ganz normal. Trotzdem seien es, verglichen mit anderen, nasskalten Jahren, hohe Zahlen.

Denn auch die beiden anderen Messstationen des Kantons können für dieses Jahr keine gute Bilanz aufweisen: In Baden lag die Ozonbelastung während 332 Stunden über dem Höchstwert, in Aarau sind es bisher 293 Stunden «Letztes Jahr waren es nur etwa halb so viele», so Loretan. So sah auch der Beginn von 2018 noch vielversprechend aus.

Erst im April dieses Jahres begann die Ozonbelastung gemeinsam mit der Temperatur zu steigen: Der Grenzwert war in Aarau 24 Stunden, in Baden 31 Stunden und in Schupfart ebenfalls 31 Stunden überschritten. Im Mai und Juni zeigen sich ähnlich hohe Zahlen, im Juli schellen sie dann erneut in die Höhe. 144, 162 und 170 Stunden wurden die Ozongrenzwerte in Aarau, Baden und Schupfart überschritten. Auch die erste Augustwoche sieht nicht gut aus. In nur sieben Tagen wurden in Schupfart 77 und in Aarau und Baden je 74 Stunden gezählt, deren Mittel 120 Mikrogramm überschritten. In Schupfart wurden sogar schon zwei Stunden gemessen, in denen die 180-Mikrogramm-Marke geknackt wurde.

Zu hohe Ozonwerte belasten Mensch und Umwelt? Laut Bafu kann zu viel Ozon beim Menschen zu Reizungen der Schleimhäute der Atemwege führen, Druck auf der Brust verursachen und zu einer verminderten Leistungsfähigkeit der Lunge führen. Auch schädigt der Giftstoff Pflanzen: Durch die stärkere Ozonbelastung sind sie anfälliger für Parasiten und andere Krankheitserreger. Nicht zuletzt trägt Ozon in den unteren Schichten der Atmosphäre zum Treibhauseffekt bei.

Trotzdem sei dies kein Grund, beunruhigt zu sein, so Loretan. «Im heissen Sommer 2003 waren die Werte viel höher», erklärt er. In Baden – die einzige der drei Messstationen im Aargau, die damals schon am selben Ort stand – gab es beispielsweise 672 Stundenmittelwerte über dem Grenzwert. «Im vergleichbaren Zeitraum bis und mit erste Augustwoche waren es 2003 insgesamt 491 Stunden», so Loretan. Die Ozonbelastung nehme also– trotz des Ausreissers 2018 – ab. «Extreme Höchstwerte treten nicht mehr auf», fasst Loretan zusammen. Die Ozonbelastung hat von Montag bis Dienstag um 25 Prozent abgenommen, und soll dies mit den kühleren Temperaturen Ende Woche noch mehr tun. Somit sei die Bevölkerung nicht in Gefahr.

Ausserdem: Obwohl die Zahlen im Kanton Aargau hoch sind, müssen andere Kantone mit viel extremeren Ozonwerten auskommen: Chrischona im Baselbiet hat dieses Jahr beispielsweise schon 734 grenzwertüberschreitende Stunden zu verzeichnen.