Der Kanton Aargau verfügt seit Mitte 2009 über ein erweitertes Angebot an Unterstützungsmöglichkeiten bei häuslicher Gewalt. Eine vom Regierungsrat in Auftrag gegebene Evaluation zeigt, dass die Angebote ein breites Spektrum an Problemlagen abdecken und betroffene Personen gezielt unterstützt werden.

Mit der Schaffung der Anlaufstelle gegen häusliche Gewalt hat sich die Interventionspraxis grundlegend verändert. Nach jeder Polizeiintervention wird die Anlaufstelle informiert. Diese nimmt mit den Beteiligten Kontakt auf und bietet ihnen Unterstützung an. Während 2009 noch eine Gewalt ausübende Person in das Lernprogramm vermittelt werden konnte, waren es 2010 15 Teilnehmer.

Kein Aargauer Lernprogramm

«Der Kanton Aargau hat aber kein eigenes Lernprogramm erstellt. In dieser Hinsicht arbeiten wir mit dem Kanton Basel-Landschaft eng zusammen», erklärt Mirjam von Felten, Leiterin der Fachstelle Intervention gegen häusliche Gewalt beim Kanton. So werden die Personen, die Gewalt ausübten, in Liestal ins Programm aufgenommen.

Neben der operativ wirkenden Anlaufstelle braucht es natürlich auch den strategischen Bereich. Diesen übernimmt von Felten bei der Fachstelle des Kantons. «Wir ziehen im Hintergrund die Fäden und koordinieren alles», sagt von Felten. Ausserdem erhalte sie Unterstützung von einer regierungsrätlichen Kommission.

Evaluationsbericht nennt fünf Empfehlungen

Neben der positiven Gesamteinschätzung enthält die Evaluation fünf Empfehlungen, wie die Interventionspraxis verbessert werden kann: Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit; konsequentere Unterstützung für Gewalt Ausübende; Förderung des fachlichen Austausches; gemeinsame Festlegung von Zielen und Indikatoren und Vereinheitlichung der Datenerhebung.

«Bei der Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit geht es vor allem darum, die Bevölkerung zu sensibilisieren. Wir wollen vermehrt aufzeigen, welche Möglichkeiten für Betroffene bestehen», sagt von Felten. Bis Ende 2014 will der Regierungsrat die Verbesserungen realisieren.