Omikron-Welle
Wie viele Aargauerinnen und Aargauer müssten bei einem Kontakt in Quarantäne?

Der Kanton weist regelmässig aus, wie viele Personen geimpft, geboostert oder genesen sind. Nicht ableiten lässt sich aus der offiziellen Statistik, wie viele Personen bei einem Kontakt mit einer positiv getesteten Person in Quarantäne müssten.

Dominic Kobelt
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Wer kürzlich genesen ist, geimpft oder geboostert wurde, muss nicht in Quarantäne.

Wer kürzlich genesen ist, geimpft oder geboostert wurde, muss nicht in Quarantäne.

Valentin Hehli

Die Omikron-Variante sorgt dafür, dass die Fallzahlen steigen und mehr Personen in Isolation müssen. Aber nicht nur Personen, die erkrankt sind, müssen zuhause bleiben: Nach einem engen Kontakt mit einer Person, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, ist eine Quarantäne nötig – allerdings sind bestimmte Personen sind von dieser sogenannten Kontaktquarantäne befreit.

Laut einer kurzfristig durchgeführten Umfrage des Aargauischen Gewerbeverbands mussten bereits 20 Prozent der Unternehmen den Betrieb wegen Mitarbeitenden in Isolation oder Quarantäne reduzieren. Um die Personalausfälle zu bewältigen, sei eine Verkürzung der Quarantäne auf fünf Tage nötig, forderte der Gewerbeverband – dies hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen, die neue Regel gilt ab sofort.

Zweite Impfung, Booster oder Genesung für die halbe Bevölkerung innert vier Monaten

Wie weit könnte sich die Situation noch zuspitzen? Dafür ist wichtig zu wissen, wie viele Personen überhaupt von einer Quarantäne betroffen sein könnten. Wer kürzlich geimpft, schon geboostert oder in den letzten vier Monaten erkrankt und nun genesen ist, muss auch nach Kontakt mit einer positiv getesteten Person nicht in Quarantäne. Zudem wird die Quarantäne auf Personen beschränkt, die mit einer positiv getesteten Person im selben Haushalt leben oder in ähnlicher Weise regelmässigen und engen Kontakt hatte, zum Beispiel in einem Pflegeheim.

Michael Hassler, Leiter Kommunikation beim Departement Gesundheit und Soziales, sagt auf Anfrage der AZ: «Wir können in etwa abschätzen, dass rund 350’000 Personen in den letzten vier Monaten die zweite Impfung oder die Auffrischimpfung erhalten haben oder genesen sind. Das wären dann etwa 50 Prozent der Bevölkerung.»

Die zeitliche Entwicklung der laborbestätigten Fälle:

Am Freitag meldete der Kanton Aargau 1606 neue Coronainfektionen für den Vortag. Diese Zahl ist leicht höher als vor einer Woche, als es 1520 bestätigte Fälle gab. Seit gestern ist auch ein neuer Todesfall in Zusammenhang mit dem Virus bekannt geworden. Damit sind seit Beginn der Pandemie 870 Personen im Aargau an oder mit Corona gestorben.

Wegen einer Covid-Infektion sind im Aargau aktuell 89 Personen im Spital. 16 von ihnen sind auf Intensivpflege angewiesen.

Bis gestern Donnerstag haben 232'173 Personen eine Auffrischungsimpfung erhalten. 452’281 Personen haben zwei Impfungen verabreicht bekommen und 474’033 sind mindestens einmal gepikst worden.

Impfangebot im Aargau wird erweitert

Der Kanton Aargau weist in seinem wöchentlichen Newsletter darauf hin, dass neben Impfzentren und Apotheken auch auf die Hausärztinnen und Hausärzte Impfungen durchführen. Einige Hausarztpraxen bieten zusätzliche Impftage an. An diesen können sich alle Aargauerinnen und Aargauer direkt bei den beteiligten Praxen impfen lassen, auch wenn sie nicht zu den Patientinnen und Patienten gehören. Das gilt auch für Auffrischimpfungen. Auf der kantonalen Website ist das entsprechende Angebot aufgeführt.

Für Kinder zwischen fünf und elf Jahren ist die Impfung seit dem 3. Januar ebenfalls möglich. Einige Kinderarztpraxen bieten neben den Kantonsspitäler Aarau und Baden sowie dem Impfzentrum im Tivoli Spreitenbach zusätzliche Termine an. Die Kinderarztpraxis Drachenhügel in Rheinfelden beginnt bereits dieses Wochenende mit den Covid-19-Kinderimpfungen. Zudem werden ab Ende Januar bis voraussichtlich Ende April in verschiedenen Regionen Kinderimpfungen durchgeführt. Termine für Erstimpfungen am 25. und 26. Januar nachmittags sowie ab 31. Januar, jeweils Montag- bis Freitagnachmittag, sind ab sofort aufgeschaltet.

Zudem wird in den kommenden Wochen an den Aargauer Schulen der Sekundarstufe II die Auffrischimpfung vor Ort angeboten. Sie steht allen Schülerinnen und Schülern offen, die bereits eine Grundimmunisierung haben. Die Kantons- und Berufsfachschulen informieren die Schülerinnen und Schüler über das Angebot.

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