Start zur Premiere
Oldtimer-Tour: Wir erklären die Details und die Route

Am Sonntag feiert die az-Oldtimer-Tour Premiere. Passend dazu: Das grosse Einmaleins für alle (Neo-)Fans, warum Autoklassiker als Anlageobjekt immer beliebter werden und dank welchem Aargauer man auch mit kleinem Budget Oldtimer fahren kann.

Mario Fuchs
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Drei Faktoren sind beim Preis eines Oldtimers entscheidend: Zustand, Originalität, Qualität. Philip Ringier (vorne) und Thomas Valko von Emil Frey Classics mit einem Jaguar E-Type.

Drei Faktoren sind beim Preis eines Oldtimers entscheidend: Zustand, Originalität, Qualität. Philip Ringier (vorne) und Thomas Valko von Emil Frey Classics mit einem Jaguar E-Type.

Chris Iseli

Der Gedanke des Neides kommt einem relativ bald, wenn man sich in Safenwil mit Mitarbeitern der Emil Frey Classics trifft. Ihr Arbeitsplatz in der ehemaligen Textilfabrik am Bahnhof ist quasi eine Best-of-Sammlung des Stilbewusstseins: Lauter schöne Autos in der Halle, guter Espresso an der Bar, ein Gebäude mit bewahrtem nostalgisch-industriellem Charme.

Folgerichtig können die Glücklichen, die hier ihrer Arbeit nachgehen, des Morgens nicht bloss das oberste T-Shirt aus dem Schrank nehmen. Veston, Hose, Hemd, Lederschuhe und sogar Brille passen zusammen bei Thomas Valko, Geschäftsführer, und Philip Ringier, Sales Manager.

Wir sind zu Besuch im «Classic-Car-Kompetenzzentrum» der Emil-Frey-Gruppe. Wer einen Autoklassiker fährt, hat, oder sucht, findet hier alles: Service rund um das Automobil, rare Occasionen, Wartung und Restaurierung, betreute Einlagerung. Der richtige Ort also, um die häufigsten Fragen zum Thema Oldtimer zu beantworten. Thomas Valko nimmt Platz in seinem Büro. Von der Tischplatte über den Bürostuhl bis zum Schirmständer ist alles in britischem Renn-Grün gehalten.

Wie wähle ich den Oldtimer meines Herzens aus?

Thomas Valko: Das Wichtigste ist, jemanden mit Fachwissen beizuziehen. Nicht einfach kaufen, sondern zuerst besichtigen, zusammen mit jemandem, der weiss, wie das Auto sein muss: Technisch korrekt, nicht verbraucht, nicht verbastelt. Wer in seinem Umfeld niemanden hat, der sich mit der Materie auskennt, kann sich an einen Club oder Garagisten der gesuchten Marke wenden. Die sind gerne behilflich. Manchmal gegen eine Entschädigung, doch diese lohnt sich.

Oldtimer im Aargau

Am Sonntag, 7. August, führen die az und Emil Frey Classics die 1. az-Oldtimer-Tour durch. Zur Einstimmung ist diese Woche täglich ein Artikel zu einem anderen Aspekt des «Oldtimer-Kantons» Aargau erschienen. Mit den Beiträgen auf dieser Doppelseite endet die Serie. Bereits publiziert: Sammler (2. 8.), Rennfahrer (3. 8.), Bastler (4. 8.), Restauratoren (5.8.). Am Montag folgt die Berichterstattung über die Tour.

Wie viel soll ich für meinen Traumwagen bezahlen?

Drei Faktoren sind entscheidend: Zustand, Originalität, Qualität. Jedes Modell hat seinen Preisrahmen, der abhängig ist vom Zustand des Fahrzeugs. Hilfreich sind Übersichten, etwa die sogenannten Marktspiegel, die in Auto-Fachmagazinen regelmässig aktualisiert veröffentlicht werden. Sie basieren auf Erfahrungen aus den grossen Auktionen. Sie bieten Orientierung, man darf sie aber nicht als verbindliche Preisliste missinterpretieren. Denn jedes Auto ist anders, nicht wie bei einem Neuwagen. Sinnvoll ist zudem, sich ein Budget zu machen, das vom Kauf über die Restaurierung bis zum regelmässigen Fahren alles einrechnet.

Wie kommt das Auto zu mir, wenn ich es gekauft habe?

Wenn es sich in einem guten, fahrbaren Zustand befindet, kann man damit ohne weiteres nach Hause fahren. Ist es nicht mehr eingelöst, muss man entweder daran denken, vorgängig eine Tagesnummer zu besorgen – oder man vereinbart mit dem Verkäufer, dass er einem den Wagen an den neuen Standort fährt.

Was muss ich bei der allfällig nötigen Restauration beachten?

Jetzt profitiert man davon, wenn man sich vor dem Kauf von einem Sachverständigen beraten liess. Dieser kann einem die nötigen Arbeit auflisten und bei der Planung der Reihenfolge helfen. Mit Freude, Geschick und Anleitung kann man selber loslegen, oder man lässt die Arbeiten von einem Fachbetrieb planen und ausführen.

Wenn das Auto fahrtüchtig ist: Wie oft sollte ich es bewegen?

Es gilt eine simple Grundregel: Je regelmässiger man fährt, desto weniger Standschäden gibt es. Steht ein Auto längere Zeit, werden etwa die Pneus beschädigt oder Dichtungen porös. Ideal wäre, wöchentlich mit dem Wagen auszufahren, allermindestens einmal im Monat müsste man das Auto schon bewegen.

Darf ich ausfahren, wenn es an meinem freien Tag regnet?

Das ist eine Frage der persönlichen Philosophie. Es gibt Leute, die sagen: ‹Mein Oldtimer hat ja Scheibenwischer, wo liegt das Problem?› Andere wollen keinen einzigen Tropfen auf einer vielleicht aufwendig restaurierten Lackschicht sehen. Grundsätzlich gilt: Je teurer und exklusiver ein Fahrzeug, desto weniger sollte man damit im Regen fahren.

Wie pflege ich meinen Oldtimer korrekt und ausreichend?

Jedes Auto hat einen Serviceplan. Wer diesen einhält, kann nicht viel falsch machen. Man sollte dabei eher auf die Dauer als auf die empfohlene Kilometerzahl zwischen den Services achten. Sprich: Auch wenn ich in einem Jahr nur wenig gefahren sein sollte, ist ein Service pro Jahr zwingend. Empfehlenswert ist zudem, vor jeder Fahrt kurz Wasser-, Ölstand und Reifendruck zu prüfen.

Und wie stelle ich den Wagen korrekt unter?

Ideal wäre, ihn aufzubocken, damit die Räder entlastet sind. Alternativ etwas aufpumpen. Wichtig ist, die Batterie an eine Schwebeladung anzuschliessen. Der Tank sollte eher voll sein.

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