Herr Huber, das Obergericht hat den Fahrer freigesprochen, der den Unfall verursacht hat. Sind Sie erleichtert?

René Huber: Wir haben als Organisatoren nie Partei ergriffen und waren auch nicht Bestandteil des Gerichtsprozesses, deshalb kann ich nicht von Erleichterung sprechen. Es ist Sache der Justiz, die Ursachen für diesen tragischen Unfall zu beurteilen und den Entscheid zu fällen. Aber ich wäre froh, wenn das Verfahren mit diesem Entscheid nach über drei Jahren endlich abgeschlossen wäre.

Warum?

Weil dadurch immer wieder der tragische Vorfall zum Thema wird. Der Unfall war auch für uns ein riesiger Schock, der uns bis heute beschäftigt.

Was bedeutet der Freispruch für die Hobby-Rennvelofahrer?

Der Prozess war in der Radsportszene zeitweise ein grosses Thema und hat für Verunsicherung gesorgt. Wenn für jeden Rempler eine Anzeige drohte, würden sich viele Fahrer überlegen, ob sie überhaupt noch starten sollen. Deshalb herrscht nach dem Urteil sicher auch eine gewisse Erleichterung bei den Rennvelofahrern. Einen Unfall kann es in diesem Sport leider immer geben.

Tödlicher Unfall: Fahrer von GP Gippingen freigesprochen

Tödlicher Unfall: Fahrer von GP Gippingen freigesprochen

Nach einem Überholmanöver beim GP 2014 stürzt ein Velofahrer und stirbt. Nun wird der verurteilte Unfallfahrer doch freigesprochen.

Besteht die Gefahr, dass künftig aggressiver gefahren wird?

Nein, der Freispruch ist auf keinen Fall ein Freipass für rücksichtsloses Fahren im Feld. Jeder Rennteilnehmer steht in der Verantwortung, die Regeln einzuhalten und entsprechend auf die anderen Teilnehmer Rücksicht zu nehmen.

Fährt nun die Angst mit?

Das wäre gefährlich. Wer an den Start geht, darf dies nicht jedes Mal mit dem Gedanken an einen Unfall tun. Wer nicht ausblenden kann, was alles passieren könnte, sollte besser nicht an einem Rennen teilnehmen. Das ist bei jedem Sport so.

Den Veranstaltern der Radsporttage sind in der Untersuchung keine Fehler zur Last gelegt worden. Hatte der tragische Vorfall dennoch Auswirkungen auf die Arbeit von Ihnen und Ihrem Team?

Grundlegend mussten wir nichts verändern. Dennoch legen wir das Augenmerk seither noch stärker auf die Streckensicherheit, hinterfragen bei jeder Ecke zweimal, ob alles Mögliche gemacht worden ist, um die Risiken für die Fahrer auf ein Minimum zu senken. Aber letztlich finden die Rennen auf der Strasse statt, deshalb können wir nicht sämtliche gefährlichen Hindernisse wegräumen.