Männlich, zwischen 45 und 54 Jahre, in einer festen Beziehung, hat Kinder, gut ausgebildet, gut verdienend. «Das ist der typische Freiwillige», erklärt Ines Walter Grimm, Geschäftsleiterin von Benevol Aargau, an der Preisverleihung. Vergeben wurde der Sozialpreis der Landeskirchen Aargau. Dieses Jahr hat der Sozialrat die Freiwilligenarbeit ins Zentrum gestellt. 26 Bewerbungen gingen ein, 15 kamen in die engere Auswahl. Die Jury hat Projekte ausgewählt, von denen zwei einen Haupt- und drei einen Anerkennungspreis gewannen.

Einer der Hauptpreise erhielt der Verein treff.punkt aus Wettingen, der Asylsuchenden im Alltag hilft. Ein Café wird als Treffpunkt für die Asylsuchenden betrieben, ausserdem werden Sprachkurse angeboten. Entgegengenommen hat den Preis der Präsident des Vereins, Odo Camponovo. Und dieser widerlegt sogleich das Bild des typischen Freiwilligen: «Bei treff.punkt engagieren sich hauptsächlich Frauen», erklärt er.

Der zweite der Hauptpreise, die mit jeweils 7000 Franken dotiert sind, erhielt das Projekt «spiis & gwand» der reformierten Kirchgemeinde Oftringen. Mit der Verteilung von Lebensmitteln und einem Secondhand-Geschäft helfen die Freiwilligen Menschen in finanziellen Notlagen. Ausserdem bieten sie Hilfe bei der Vernetzung und Begleitung an.

Hilfe für schwerkranke Kinder

Für die Anerkennungspreise gab es jeweils 2000 Franken. Einer der Preise erhielt ein weiteres Projekt für Asylsuchende: Das Jugendrotkreuz Aarau hat sich zum Ziel gesetzt, unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden zur Seite zu stehen. Da Mädchen bis 18 und Jungen bis 16 bei Pflegefamilien untergebracht werden, sind besonders die jungen Männer zwischen 16 und 18 Jahren auf sich alleine gestellt, denn diese leben in Asylheimen. Dort werden sie vom Jugendrotkreuz Aargau mit Inputabenden unterstützt, wo sie lernen, sich aktiv einzubringen, ihren Wohnort kennen zu lernen und ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten.

Auch die Beratungsstelle für Wohnungssuchende aus Baden wurde mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet. Das Projekt gehört zu den christlichen Sozialwerken Baden und hilft sozial Benachteiligten unter anderem bei der Arbeitssuche. Einen Anerkennungspreis erhielt schliesslich die Familienbetreuung «pro pallium». Die Freiwilligen unterstützen Familien mit schwerkranken Kindern zu Hause. Die Freiwilligen werden jeweils geschult, um in den Familien arbeiten zu können.

Regierungsrätin Franziska Roth bedankte sich bei den Freiwilligen im Namen der Aargauer Regierung. «Ohne Kontakte können wir als soziale Wesen nicht existieren», so Roth. «Ohne Freiwillige wäre unsere Gesellschaft ziemlich arm dran», sagte sie.