Schulabschluss

Ohne Eltern und mit Picknick-Korb: Die Maturfeiern an Aargauer Kantonsschulen finden statt

Die Maturafeier der Kanti Wettingen in der St. Anton Kirche. Aufgenommen am 28. Juni 2019. Dieses Jahr wird die Feier sicher anders aussehen.

Die Maturafeier der Kanti Wettingen in der St. Anton Kirche. Aufgenommen am 28. Juni 2019. Dieses Jahr wird die Feier sicher anders aussehen.

Trotz des Coronavirus werden an den Aargauer Kantonsschulen Maturfeiern stattfinden. Statt grosser Sause gibt es allerdings kleine Feiern – ohne Gäste und gestaffelt.

Die Mittelschulen nehmen voraussichtlich erst am 8. Juni wieder den Präsenzunterricht auf. Ein abschliessender Entscheid dazu wird morgen Mittwoch vom Bundesrat erwartet. Nicht mehr interessieren wird es die diesjährigen Maturandinnen und Maturanden. In diesen Tagen legen sie ihre letzten schriftlichen Prüfungen ab, die mündlichen fallen aus. Damit sind sie fast einen Monat früher fertig als ursprünglich geplant. Die Zeugnisübergaben samt entsprechenden Maturfeiern werden aber nicht vorgezogen. Doch sie finden statt – wenn auch unter strenger Einhaltung der Abstands- und Hygienemassnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.

Dass dies nicht nur negativ zu verstehen ist, zeigt Thomas Renold, der Leiter Zentrale Dienste der Kantonsschule Wettingen auf: «Es gibt kleine Abschlussfeiern, die aber einmalig und unvergesslich sein werden.» Die Schülerinnen und Schüler erhalten ihre Zeugnisse am 25. Juni gestaffelt, immer zwei Klassen zusammen in der Klosterkirche. Den Maturanden wird ein Picknick-Korb für weitere Feierlichkeiten im Park mitgegeben und als Andenken werden Gruppenbilder gemacht – immer unter Einhaltung der Abstandsregeln, wodurch das Bild zum Zeitdokument werde, sagt Renold. «In einigen Jahren werden die jetzigen Maturanden dieses Foto ihren Kindern und Enkeln zeigen und davon erzählen können, wie sie in dieser aussergewöhnlichen Zeit die Matura gemacht haben. Das ist besonders.»

Markus Dieth spricht per Video in Zofingen

Speziell ist auch, dass Eltern und Freunde an den Feiern nicht dabei sein werden. Neben Wettingen verzichten darauf sicher auch die Neue Kantonsschule Aarau und die Kantonsschule Baden. Um Angehörigen dieses Erlebnis nicht ganz zu nehmen, werden die Feiern in Wettingen, Wohlen und Aarau jedoch online übertragen. Geladene Gäste können sich live zuschalten. In Zofingen hingegen sind Gäste auch im Saal willkommen; pro Maturand allerdings nur deren zwei. Ganz ohne ­Videoübertragung kommt aber auch Zofingen nicht aus, der diesjährige Redner, Landammann Markus Dieth, wendet sich aus der Ferne an die Maturanden. Und auch hier: Anstatt einer grossen Sause werden am 25. und 26. Juni fünf kleine Feiern abgehalten. Selbst für die Zeit zwischen den Anlässen besteht laut Prorektor Andreas Buchmüller ein Schutzkonzept, damit die Abstände zwischen Gästen, Maturandinnen und Lehrpersonen jederzeit eingehalten werden können. Lohnt sich dieser Aufwand überhaupt? Für Buchmüller ist es keine Frage, dass die Feiern stattfinden sollen. «Die Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf diese Feier», sagt er. Schliesslich hätten sie sich ihre ganze Schulzeit auf diesen Abschluss vorbereitet.

Es soll um die Maturanden gehen, das ist der Tenor an allen Kantonsschulen. «Im Fokus stehen die Schülerinnen und Schüler», betont darum auch Matthias Angst, der Rektor der Kantonsschule Wohlen. Wie genau die Feier aussehen wird, verrät er noch nicht, aber: «Trotz des Coronavirus versuchen wir, dieses Schuljahr zu einem würdigen Abschluss zu bringen.»

Maturaprüfungen verliefen ­reibungslos

Details zu den Maturfeiern kann auch Daniel Franz, Rektor der Kantonsschule Baden, noch nicht nennen. Er zieht dafür ein positives Zwischenfazit zu den Maturaprüfungen, die unter erschwerten Bedingungen stattfinden, die letzten am kommenden Mittwoch. «Bis jetzt kann man aber sagen, dass die schriftlichen Maturaprüfungen an allen Aargauer Schulen reibungslos abliefen», so der Präsident der kantonalen Rektorenkonferenz. Nachprüfungen aus medizinischen Gründen müssten nur sehr wenige durchgeführt werden. Und: «Die Schülerinnen und Schüler haben sich gefreut, dass sie sich wieder einmal sehen konnten, das hat man in der Prüfungszeit gemerkt», so Franz.

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