BDWM Transport AG
Ohne Dubler: Entschädigung für Verwaltungsräte wird nicht erhöht – aber auch nicht gekürzt

Die Aargauer Regierung ist gegen Antrag auf 5000 Franken mehr – will die Vergütungen aber auch nicht kürzen.

Fabian Hägler
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AZ-Archiv

Martin Keller, SVP-Grossrat und Vertreter eines Kleinaktionärs, will den Verwaltungsräten der BDWM Transport AG die Entschädigung kürzen. Wie die Schweiz am Sonntag berichtet, beantragt Keller an der Generalversammlung von morgen Mittwoch eine Reduktion der Gesamtsumme von 132 000 auf 100 000 Franken. Es könne nicht sein, dass das Gremium, das seit dem Rücktritt des Wohler Gemeindeammanns Walter Dubler ein Mitglied weniger zählt, im nächsten Jahr eine höhere Entschädigung beziehe als 2015, argumentiert Keller. Dies umso mehr, als das Unternehmen zu über 97 Prozent im Besitz der öffentlichen Hand sei.

Herbert Huber, Verwaltungsratspräsident der BDWM Transport AG, hat aus der Zeitung von Kellers Plänen erfahren. Er sagt auf Anfrage: «Bei der Summe, welche der Verwaltungsrat für die Entschädigungen beantragt, handelt es sich um ein Rahmenbudget.» Es gehe nicht darum, mit der Erhöhung von 127 000 Franken (Entschädigung im Jahr 2015) auf 132 000 Franken (Budget für das Jahr 2017) die Bezüge der verbleibenden Verwaltungsratsmitglieder zu steigern. «Das wäre gar nicht möglich, die Ansätze sind im Vergütungsreglement festgelegt», betont er.

Vielmehr bereite man sich auf die Realisierung der Limmattalbahn vor, für deren Betrieb die BDWM den Zuschlag erhalten hat. «Das ist ein riesiges Projekt, wenn die Umsetzung nach Plan läuft, ist es gut möglich, dass wir im zweiten Halbjahr mit Blick auf 2017 einen Verwaltungsrat zuwählen müssen, der sich schwergewichtig mit der Limmattalbahn beschäftigt», sagt Huber. Für diesen Fall wären mit dem beantragten Budget die Mittel vorhanden. Dass dieses 5000 Franken höher liegt als die Gesamtvergütung im letzten Jahr, erklärt Huber so: «Für das Projekt Limmattalbahn wird es zusätzliche Sitzungen von Gremien geben, in denen Verwaltungsräte vertreten sein werden, deshalb muss das Budget für die Entschädigungen etwas höher sein.»

Entschädigung «angemessen»

Mehrheitsaktionär der BDWM Transport AG ist mit 51,41 Prozent der Kanton Aargau. Maurus Büsser, Generalsekretär im Departement Bau, Verkehr und Umwelt, sagt auf Anfrage: «Der Regierungsrat hat Kenntnis, dass Herr Keller einen Kürzungsantrag stellen wird.» Die Regierung, die einen Vertreter an die GV delegiert und diesem ein Mandat erteilt, habe das Thema diskutiert. Dabei wurde laut Büsser festgelegt, dass die von der BDWM Transport AG beantragte Erhöhung in der Summe auf die Höhe des Vorjahres zu reduzieren sei. Der Generalsekretär ergänzt: «Eine Erhöhung der Zahl der Verwaltungsrats-Mitglieder wird als nicht sinnvoll erachtet.» Der Regierungsrat ist laut Maurus Büsser überdies der Meinung, «dass die Entschädigung der einzelnen Mitglieder des Verwaltungsrats im Vergleich mit ähnlichen Transportunternehmen angemessen ist».

Damit dürfte die Gesamtentschädigung des Verwaltungsrats wie bisher bei 127 000 Franken bleiben. Offen ist, ob das Gremium auf Kellers Fragen zur Forderung von Walter Dubler an die Gemeinde Wohlen, ihm einen Teil seiner Honorare für die Tätigkeit im Verwaltungsrat der BDWM zurückzuzahlen (az vom 20. Juni), eingehen wird.