Der Türke zweiter Generation kam im Juli 1973 in der Schweiz auf die Welt, wo er auch aufgewachsen ist und die Schule besucht hat. Schon bald verübte er krumme Dinger. Bereits im Alter von 22 Jahren wurde der Mann wegen seinen kriminellen Taten ausländerrechtlich verwarnt. Im Mai 2001 sowie im August 2006 folgten weitere Verwarnungen. Das Amt für Migration und Integration des Kantons Aargau wies ihn jeweils ausdrücklich darauf hin, dass er sich künftig wohl zu verhalten habe und eine weitere kriminelle Handlung zur Wegweisung führen könnte.

Im August 2014 stand der kriminelle Türke erneut vor Gericht. Damals verurteilte ihn das Aargauer Obergericht für Taten aus den Jahren 2005 und 2007 wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren, wovon er sechs Monate absitzen musste. Das Amt für Migration nahm diese Verurteilung zum Anlass, dem Rechtsbrecher die Niederlassungsbewilligung zu entziehen und ihn des Landes zu verweisen.

Als das Verwaltungsgericht dieses Vorgehen schützte, rief der Türke das Bundesgericht an. Er brachte in Lausanne vor, der Entzug der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung seien unverhältnismässig; das Gericht habe seine privaten Interessen am Verbleib in der Schweiz im Verhältnis zu den öffentlichen Interessen an seiner Wegweisung zu wenig gewichtet.

Lebt ein Ausländer schon lange in der Schweiz, besteht die Praxis, dessen Niederlassungsbewilligung nur mit Zurückhaltung zu widerrufen. Bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit ist eine Wegweisung jedoch selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn ein Ausländer hier geboren und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat.

Immer wieder straffällig

Im konkreten Fall geht das Bundesgericht davon aus, dass ein erhebliches sicherheitspolizeilich motiviertes Interesse an der Aufhebung der Niederlassungsbewilligung und der Wegweisung des Türken besteht. Auf sein Konto gehen rund 20 Straftaten, darunter auch Drogenhandel, Bedrohung mit einer Waffe und einfache Körperverletzung.

Das bisher schwerste Delikt, der banden- und gewerbsmässige Diebstahl, hat er laut dem Urteil aus rein egoistischen Beweggründen verübt. Der Türke hatte zusammen mit Landleuten auf dreiste Weise verschiedene Diebstähle mit einer Deliktssumme von gut einer halben Million Franken begangen.

Kommt hinzu, dass er sich in der Strafuntersuchung wenig kooperativ gezeigt hat und in dieser Zeit erneut dreimal straffällig geworden war. Das Verhalten des schlecht integrierten Türken war in den letzten 20 Jahren laut Bundesgericht von einer bedenklichen Geringschätzung und Gleichgültigkeit gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung geprägt. Deshalb sei die von den Aargauer Behörden verfügte Massnahme trotz 44-jähriger Anwesenheit nicht zu beanstanden.