Regierungsrat AG
Obrist sagt: "Dass Yvonne Feri und ich im 2. Wahlgang nochmals zu zweit antreten, macht keinen Sinn"

Die drei Bisherigen sind gewählt, und neu dabei ist auch der CVP-Politiker Markus Dieth, der den Sitz von Roland Brogli verteidigt hat. Doch wer wird als fünfte Person in die Regierung einziehen?

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Justizdirektor Urs Hofmann (SP) erzielte mit 94'407 Stimmen das beste Resultat. Der 60-jährige Regierungsrat ist seit 2009 im Amt. Auf dem zweiten Platz folgt der 49-jährige Baudirektor Stephan Attiger (FDP) mit 88'788 Stimmen. Das Volk bestätigte auch den 51-jährigen Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP) mit 82'703 Stimmen.

Damit liegen alle drei bisherigen Regierungsrat deutlich über dem absoluten Mehr von 56'687 Stimmen. Die Wahlhürde im ersten Anlauf übersprang auch CVP-Grossrat Markus Dieth.

Der 49-jährige Dieth ist Gemeindepräsident von Wettingen. Er erhielt 61'890 Stimmen. Die CVP verteidigte mit Dieth den Sitz des abtretenden Finanzdirektors Roland Brogli. Der Anspruch der CVP auf einen Regierungssitz war nicht bestritten.

SVP und SP wollen zweiten Sitz

Alle anderen Kandidierenden blieben unter dem absoluten Mehr. Der fünfte Regierungssitz ist noch vakant. Am 27. November kommt es zu einem zweiten Wahlgang um den noch freien fünften Sitz.

Die Brugger Bezirksrichterin Franziska Roth (SVP) erhielt 47'791 Stimmen. Die SVP will mit der 52-jährigen Roth, die über wenig politische Erfahrung verfügt, erstmals einen zweiten Sitz in der fünfköpfigen Kantonsregierung erobern.

Das gleiche Ziel im Visier hat auch die SP. Nationalrätin Yvonne Feri gewann 47'320 Stimmen. Die 50-jährige Gemeinderätin von Wettingen liegt damit um nur 471 Stimmen hinter der SVP-Kandidatin. Die SP war vor 31 Jahren zuletzt mit zwei Sitzen in der Regierung vertreten.

Grünen verlieren Sitz

Keine Chance bei den Wählenden hatten die Grünen, die den Sitz der zurücktretenden Gesundheitsdirektorin Susanne Hochuli verteidigen wollten. Der 58-jährige Grossrat Robert Obrist landete mit 32'946 Stimmen abgeschlagen auf dem achten Platz.

Ein besseres Ergebnis fuhr die 55-jährige BDP-Grossrätin Maya Bally mit 37'826 Stimmen ein, gefolgt von der 40-jährigen GLP-Grossrätin Ruth Jo. Scheier mit 17'964 Stimmen. Die fünf Kandidierenden mit Aussenseiterstatus konnten je nur wenige 1000 Stimmen auf sich vereinen.

Reaktionen zum 2. Wahlgang

Roth wurde im ersten Wahlgang fünfte. Die Kandidatur ist aber im zweiten Wahlgang mit dem Relativem Mehr nicht gesichert. Feri liegt nur knapp 471 Stimmen hinter Roth. Und: Die Karten werden neu gemischt. Jetzt werden die Parteien neu taktieren. Ob die Partei auch im zweiten Wahlgang zu ihr hält ist offen. Ihr Präsident sagte am Mittag: "Bis heute Abend ist sie unsere Kandidatin." Roth selbst sagt: "Ich stehe zur Verfügung."

Klar ist: Feri und Obrist werden nicht mehr gemeinsam antreten, da sich Links-Grün sonst gegenseitig schadet und die Bürgerlichen profitieren. Das wollen beide nicht. Das machte Robert Obrist von den Grünen deutlich. Wer verzichten wird, werden die Parteien diese Woche bestimmen. Feri hat aufgrund des Wahlresultats allerdings die besseren Karten, auch weil der Regierung nach dem Abgang von Susanne Hochuli eine Regierungsrätin fehlt.

Ob Maya Bally erneut antritt, das macht sie von der Unterstützung der anderen bürgerlichen Parteien abhängig und kommt darauf an, was die FDP macht (Stichwort: Eigene Kandidatur).

Der Talk mit den Gewählten Regierungsräten und den Kandidaten für den verbliebenen fünften Sitz zur Nachlese: