SNB-Entscheid
Oberster Gewerbler bringt tiefere Löhne für Grenzgänger aufs Tapet

«Ich bin überrascht und enttäuscht vom SNB-Entscheid – aus meiner Sicht hätte sie den Mindestkurs weiter halten sollen», sagt Kurt Schmid, Präsident des Aargauischen Gewerbeverbandes.

Fabian Hägler
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Kurt Schmid, Präsident Aargauischer Gewerbeverband: «Ostschweizer haben einen Masterplan, aber noch lange kein Konzept.»

Kurt Schmid, Präsident Aargauischer Gewerbeverband: «Ostschweizer haben einen Masterplan, aber noch lange kein Konzept.»

AZ-Archiv

Es sei für eine Firma kaum möglich, einen Kursrutsch von 20 Rappen von einem Tag auf den anderen zu verkraften.

Schmid sagt: «Wir haben im Gewerbeverband rund 12 000 Mitglieder, davon werden Tausende unter dem Entscheid der SNB leiden.» Das gelte auch für KMU, die selber nicht in den Euro-Raum exportierten: Viele seien Zulieferer von Exportunternehmen und damit auch betroffen: «Wenn zum Beispiel ABB und Alstom nun husten, bekommen viele kleine Firmen im Aargau eine Lungenentzündung.»

Schmid weiter: «Für den Detailhandel im Grenzraum wird es noch bitterer. Es ist zu befürchten, dass die Konsumenten noch mehr im Ausland einkaufen.» Grundsätzlich ist ein Verhältnis von 1 zu 1 zwischen Euro und Franken für Schmid denkbar – «aber nur, wenn es ein jahrelanger Anpassungsprozess ist». Der Produktionsstandort Schweiz werde kaum mehr zu halten sein.

Schmid befürchtet Konsequenzen, die von Verzicht auf Lohnerhöhungen über einen Einstellungsstopp bis hin zum Stellenabbau reichen könnten. «Es ist nun auch die Zeit gekommen, dass wir über abgestufte Löhne zwischen im Inland und im Ausland wohnenden Mitarbeitenden in unseren Unternehmen reden müssen. Die Kaufkraftdifferenz darf nicht zulasten der im Inland wohnhaften Beschäftigten gehen», fordert Kurt Schmid.