Endlager
Oberflächenanlage soll nach Villigen kommen – trotz Kritik der Regierung

Trotz der Kritik von Regierungsrat Stephan Attiger an einem möglichen Standort in Villigen für die Oberflächenanlagen für ein Tiefenlager: Die Regionalkonferenz Jura Ost will daran festhalten.

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Hinter einem Bauernhof und zum Teil in den Hang gebaut: So würde die Oberflächenanlage für das Tiefenlager in Villigen aussehen. Nagra

Hinter einem Bauernhof und zum Teil in den Hang gebaut: So würde die Oberflächenanlage für das Tiefenlager in Villigen aussehen. Nagra

Dass die Oberflächenanlage für das Tiefenlager in Villigen vorgesehen ist, passt dem Kanton nicht. Baudirektor Stephan Attiger sagte im Interview mit Blick auf die Erschütterungen beim Bau der Anlage: «Wir haben grösste Vorbehalte zur Vereinbarkeit des Standortes für die Oberflächenanlage mit dem PSI.»

Dennoch hält die Regionalkonferenz Jura Ost am festgelegten Standort fest. «Bei unseren umfangreichen Abklärungen hat sich gezeigt, dass Villigen gegenüber den anderen Vorschlägen der Nagra klar am wenigsten Nachteile hat», sagt Leo Grünenfelder, Vorsitzender der Fachgruppe Oberflächenanlagen.

In der Gesamtbewertung schwang Villigen mit 3,2 von 4 möglichen Punkten obenaus, dahinter folgten Böttstein und Hornussen (je 3,0) sowie Bahnhof Effingen, Würenlingen und Bözen/Effingen (je 2,9).

«Sollte sich zeigen, dass die Oberflächenanlage nicht in Villigen gebaut werden kann, heisst dies nicht automatisch, dass ein Standort mit drei Punkten nachrutscht», hält Grünenfelder fest. Einerseits seien nicht alle möglichen Gebiete geeignet, um dort eine Oberflächenanlage für ein Lager mit hochradioaktiven Abfällen zu bauen. «Anderseits müsste die Regionalkonferenz die anderen Standorte sicher nochmals prüfen.»