«Spitäler im Aargau sollen stärker zusammenarbeiten» lautete kürzlich ein Zeitungs-titel (es ging um die Spitalliste 2020). Vier Tage später offenbarte ein anderer Titel, wie weit Soll und Ist auch im Spitalwesen mitunter auseinanderklaffen: «Kantonsspital Aarau verliert sein Kardiologieteam».

Man verliert das Team nicht etwa an ausserkantonale Konkurrenz, sondern an innerkantonale «Partner». Die Geometrie im Dreieck Kantonsspital Aarau (KSA), Hirslanden Kli-nik Aarau und Kantonsspital Baden (KSB) ist wieder mal ins Trudeln geraten.

Besteht eine Verknüpfung zwischen dem letzten Knatschthema (Herzchirurgie) und dem aktuellen (Kardiologie)? Ist nicht ganz klar – aber letztlich egal. Klar ist: Fünf Kardiologen wechseln in Aarau von der Tellstrasse in den Schachen.

Als Folge davon kooperiert das KSB nicht mehr mit dem KSA, sondern mit Hirslanden. Um «Kontinuität» in der Behandlung der Herzpatienten zu wahren. Ein weiterer Bauteil also in der «Klimakrise» zwischen den Kantonsspitälern, sekundiert von der privaten Hirslanden Gruppe.

Der neue Präsident des KSA ist bekanntlich der alte des KSB. Die typische Aarauer Menta-
lität – die Überbetonung des Faktums, man sei im Fall die Nummer 1 im Kanton – konnte Peter Suter offenbar noch nicht ganz beseitigen. Das KSA hat wieder einmal einen Chefarzt angestellt, der als Arzt international hervorragend, aber als Chef nicht so hervorragend ist.

Im Hintergrund spielt immer noch dieselbe Melodie: Das KSA bangt um seine (finanzielle) Zukunft und stolpert bisweilen über die eigenen Ambitionen, grösser und stärker als die «Partner» zu sein.

Wir bleiben bei Widersprüchen, wechseln ins Bildungsfach. Diese Woche lasen wir einerseits: Der Aargauer Volksschule gehen die Lehrpersonen aus, die Anstrengungen, die es Schulleitungen kostet, ein einigermassen kompetentes Team zu akquirieren, werden grösser.

Anderseits lasen wir: 40 von 140 Grossratsmitgliedern vertraten in der Debatte über Pensumserhöhungen für Schulleitungen die Meinung, die Erhöhung brauche es nicht, die Schulleiter müssten sich halt besser organisieren und delegieren. Und bald werden ja
die Schulpflegen, die heute noch die Schulleitungen entlasten, abgeschafft. Prognose: Die nächste Studie «Schulleitungen sind stark überlastet»
wird schon bald publiziert.