Trotz Online-Shops und Einkaufstourismus: Das Weihnachtsgeschäft lässt die Kassen in der Region dieses Jahr wieder klingeln. Eine Umfrage in Einkaufszentren und Geschäften zeigt: Grundsätzlich ist man zufrieden. Mehrfach heisst es, die Kundschaft habe sich vom Frankenschock erholt, es sei «wieder besser als im Vorjahr». Besonders gut läuft es beispielsweise beim Adonia-Spielzeugladen in Oftringen, wo sich regelrechte Schlangen vor der Kasse bilden – das Fazit der Angestellten: «Sehr gut». Der Gschänk-Träff Zofingen muss sich ebenfalls sputen, um dem hohen Kundenaufkommen gerecht zu werden. Und exemplarisch ist das Fazit der Migros Aare: «Mit den Umsätzen besonders im Dezember sind wir sehr zufrieden», sagt Mediensprecherin Andrea Bauer, «sie sind ähnlich bis teilweise besser als im Vorjahr». Konkrete Zahlen werden erst im Frühjahr publiziert.

Von topp bis «verhaltener»

Auch scheint die Weihnachtszeit in den Einkaufsgeschäften weniger stressig zu sein als in anderen Jahren. Das hängt vor allem damit zusammen, dass die Adventszeit länger war und die Einkaufswoche vor Weihnachten eine komplette ist. Die Geschäfte rechnen denn auch damit, heute am Tag des Heiligabends nochmals richtig überrannt zu werden. Für das Perry Center Aarburg-Oftringen sagt Leiter Ruedi Bügler: «Die Stimmung bei uns war bisher gut. Mit dem letzten grossen Ansturm rechnen wir aber erst ab heute Mittag.» Die Panik- oder Last-Minute-Einkäufe beginnen üblicherweise erst wenige Stunden vor Ladenschluss an Heiligabend. Typische Geschenke auf den letzten Drücker sind Weine oder spezielle Schnäpse, Geschenkkörbe und Gutscheine.

Aber auch Esswaren für die Festtage werden meist erst in den letzten drei Tagen vor dem Weihnachtstag besorgt. Bei Coop sind in der Region dieses Jahr die Klassiker besonders beliebt: Fondue chinoise oder bourguignonne, Filet im Teig und natürlich Schinkli oder Schüfeli. Es gibt aber auch Veränderungen: «Nebst hochwertigem Fleisch gewinnt auch Geflügel und Fisch zunehmend an Bedeutung», sagt Migrossprecherin Bauer.

Ganz einheitlich ist das Bild nicht. Durchzogener klingt es beim Einkaufszentrum a1. Center Manager Georg Medricky hat Einblick in Center in der ganzen Deutschschweiz und sagt: «Wir beobachten, wie der Gesamtmarkt, während der Monate November und Dezember ein zum Vorjahr verhalteneres Kundenverhalten.» Dies schlage sich im Umsatz und der Frequenz nieder. Allerdings befindet sich das a1-Center in einem Umbruch und plant auf 2018 eine Neuausrichtung mit weniger Boutiquen und einem neuen Baufachmarkt. Als Gründe für teilweise weniger Umsatz wird die Kundenabwanderung zum Internethandel oder Einkaufen im günstigeren Ausland angegeben.

Feriensperre für Angestellte

Wie gesagt geht man sowohl bei Migros, Coop, dem a1- und dem Perry Center als auch Kleingeschäften davon aus, dass am heutigen Tag des Heiligabends nochmals ein Peak erreicht wird. Im Detailhandel ist und bleibt der Dezember der wichtigste Monat des Jahres.
Um den Ansturm im Advent überhaupt stemmen zu können, werden personelle Massnahmen getroffen. Wo ein Verkäufer alleine ist – wie beispielsweise im Adonia Oftringen am Donnerstag –, herrscht sonst Stress pur. Bei Migros Aare gilt ab der letzten Novemberwoche ein Ferienstopp bis Ende Dezember, «ausserdem werden teilweise die Teilzeitpensen erhöht», erklärt Mediensprecherin Andrea Bauer.

Ähnlich bei Coop, wie Pressesprecherin Andrea Bergmann ergänzt: «In der Weihnachtszeit arbeiten bei Coop City und in der Import-Parfumerie in der Schweiz ausserdem jährlich rund 200 temporäre Mitarbeitende, welche vor allem Weihnachtsgeschenke einpacken.» Das Geschenkeeinpacken – eine Spezialität des Schweizer Detailhandels, über die Deutsche übrigens immer wieder erstaunt sind.

Wem nun immer noch ein Geschenk fehlt, kann sich noch für einige Stunden ins Getümmel werfen. Die Einkaufszentren der Region haben bis 17 und teilweise bis 18 Uhr offen. Auch die meisten kleineren Geschäfte in den Dörfern und Städten sind heute wie an einem normalen Samstag geöffnet.