Während der Arbeit auf Facebook surfen und Kontakte pflegen; das wurde Angestellten des Kanton Aargau seit dem 1.Mai 2010, also seit fast zwei Jahren verweigert. Nur die Videoplattform Youtube war freigegeben.

Seit dem 15.März haben die Mitarbeiter der Kantonalverwaltung wieder Zugang zu Facebook, Flickr, Twitter und Co. Jedoch nur im Rahmen des Social-Media-Projekts A@rgau 2.0, das bis im Herbst 2012 läuft. «In der jetzigen Pilotphase geht es in erster Linie darum, Erfahrungen zu sammeln», sagt Regierungssprecher Peter Buri. «Dann wird ausgewertet und festgelegt, in welchem Rahmen wir weiter fahren.»

Keine statistische Werte

Der neu gewährte Zugang hat beim Kanton keine hohen Wellen geschlagen. Reaktionen sind keine eingegangen; weder positive noch negative. Wie viel die Mitarbeiter seit der Öffnung in den Sozialen Netzwerken und anderen Online-Plattformen umher surfen, kann noch nicht gesagt werden.

«Technisch ist es möglich, die Zugriffszahlen und die besuchten Social-Media-Seiten festzustellen», so Buri. Der Zugang zu Social-Media-Plattformen sei jedoch erst kürzlich geöffnet worden, deshalb würden zurzeit noch keine statistischen Werte vorliegen.

Verantwortungsvoller Umgang

Kommt es zum massiven Missbrauch, soll dieser Konsequenzen nach sich ziehen. Von einem Gespräch oder einer Mahnung ist die Rede. Wie Roland Hofer vom Departement Finanzen und Ressourcen erklärt, «ist es Sache des Vorgesetzten, einen Mitarbeiter darauf hinzuweisen, wenn er bei der Arbeit übermässig Social Media nutzt».

Grundsätzlich gilt es aber, den gesunden Menschenverstand einzusetzen. «Wir gehen davon aus, dass die Kolleginnen und Kollegen einen verantwortungsvollen Umgang mit den Social-Media-Plattformen pflegen, wie das heute bei der Internetnutzung auch der Fall ist», so Buri. Es sei jedoch nicht so, dass die Internetnutzung der Kolleginnen und Kollegen «flächendeckend kontrolliert» werde.

Departemente haben Hoheit

Damit die Mitarbeiter der Kantonsverwaltung korrekt mit den Social Media umgehen, wurden sie zu Beginn des Projekts in einem Schreiben auf wichtige Punkte bei der Nutzung hingewiesen. Die Mitarbeiter sollen sich bewusst sein, auch bei der privaten Nutzung der Social-Media-Plattformen als Repräsentanten des Kantons wahrgenommen zu werden.

Umgesetzt werden die Richtlinien für die Nutzung von Social-Media-Plattformen laut Peter Buri in den einzelnen Departementen.