SVP
Nur noch ein Kandidat für das SVP-Präsidentenamt

Andreas Glarner und Hans-Ulrich Mathys lassen Thomas Burgherr den Vortritt und verzichten auf ihre Kandidaturen. Beide sprechen dem bisherigen Vizepräsident und Grossrat ihr Vertrauen aus. Die Wahl findet am Parteitag Mitte Februar statt.

Urs Moser
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SVP-Präsidenten Wahl Aargau
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Will nicht antreten, wenn Thomas Burgherrs Wahl so gut wie sicher ist: Andreas Glarner.Efu
Wäre angetreten, um Andreas Glarner zu verhindern: Hans-Ulrich Mathys. asp

SVP-Präsidenten Wahl Aargau

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Am Wochenende lief die Anmeldefrist für Anwärter auf die Nachfolge von SVP-Präsident Thomas Lüpold ab. Auf die Frage, wer sich denn nun alles um das Amt bewerbe, gab es von der Partei gestern keine Auskunft. Heute Dienstag sei eine Sitzung der Geschäftsleitung, danach werde informiert, so Generalsekretär Pascal Furer.

Das Schweigen dürfte nicht in der Vielzahl oder der Brisanz der angemeldeten Kandidaturen begründet sein. Vielmehr sieht es so aus, dass es am Parteitag vom 15. Februar zu gar keiner Ausmarchung kommen wird und die Geschäftsleitung heute den bisherigen Vizepräsidenten und Grossrat Thomas Burgherr als einzigen Kandidaten für das Präsidentenamt präsentiert.

Glarner verzichtet

Nach der Bekanntgabe des Rücktritts von Thomas Lüpold hatten sich mit Andreas Glarner, dem Präsidenten der Grossratsfraktion, und Ex-Nationalrat Hans-Ulrich Mathys (der die Partei in den 90er-Jahren schon einmal führte), zwei Antipoden für die Nachfolge in Position gebracht. Mathys sorgte nach den Bundesratswahlen mit einem Plädoyer für mehr politischen Anstand für Aufsehen und wollte das auch als programmatische Ansage für ein erneutes Präsidium der Kantonalpartei verstanden wissen. Glarner, für den das Etikett des Hardliners gar nichts Ehrenrühriges hat, konterte umgehend: auf einen Kuschelkurs einzuschwenken, das wäre der Untergang für die Partei.

Damit zeichnete sich für die Präsidentenkür eine Richtungswahl ab, welche die Partei ausgerechnet vor den Grossratswahlen vor eine Zerreissprobe hätte stellen können. Gestern erklärte Andreas Glarner nun aber, er habe seine Kandidatur gar nicht angemeldet, nachdem sich Vizepräsident Thomas Burgherr für das Amt bewerbe. «Er ist ein fähiger Mann, gegen ihn trete ich nicht an», so Glarner.

Mathys will keine Zerreissprobe

Unter diesen Umständen sieht auch Hans-Ulrich Mathys keinen Grund mehr, an seiner Kandidatur festzuhalten. Auch er attestiert dem Vizepräsidenten aus dem Bezirk Zofingen, dass er «ein Mann ist, der die Partei in Würde und geeint in die Grossratswahlen führen kann». Mit Andreas Glarner hätte er die Klingen gekreuzt, weil die Präsidiumswahl dann klar ein Richtungsentscheid geworden wäre. So sehe er aber keine Notwendigkeit, die Partei unnötig einer Zerreissprobe auszusetzen. Mathys beim Informationsstand von gestern Nachmittag: «Unter diesen Umständen bin ich der Meinung, dass ich meine Kandidatur nicht aufrecht halte.» Auch Andreas Glarner behält sich für den Notfall eine Rückfallposition offen: Sein Verzicht gilt nur für den Fall, dass nicht in letzter Minute doch noch eine aussichtsreiche Kampfkandidatur gegen Vizepräsident Thomas Burgherr auftaucht.

Danach sieht es allerdings nicht aus. Nach dem wenigen, was über den Verlauf der informellen Absprachen zwischen den Bezirksparteipräsidenten in Erfahrung zu bringen war, ist dort jedenfalls keine weitere Kandidatur ins Spiel gebracht worden.

Ihren neuen Präsidenten wählt die SVP-Basis am Parteitag am 15. Februar in Möriken. Thomas Lüpold wird ihm das Amt nach knapp sieben Jahren als Kantonalpräsident auf den 1. März übergeben.