Badewetter
Nur ein Hitze-August kann die Badesaison noch retten

Endlich richtiges Badewetter mit 30 Grad im Schatten. Aber das Loch in der Statistik ist kaum zu füllen. Das zeigt eine Umfrage der az bei verschiedenen Freibädern im Kanton Aargau.

Hans Lüthi
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Von Aarau bis Klingnau tönt es überall gleich: «2012 ist eine schlechte Badesaison, die Besucherzahlen sind tiefer als im mageren Vorjahr», bedauern die Badmeister. Das wundert niemanden, denn Mai und Juni waren zu nass, der Juli oft zu kalt. Trotz Ferienzeit denkt niemand an die Badehose, wenn es am Morgen nur zehn Grad Celsius hat und tagsüber eine kalte Bise die Lust auf Badewasser vertreibt.

Zum Glück ist das jetzt vorbei, bis Freitag melden die Prognosen Hitzetage von 30 bis 33 Grad. Der Durchbruch zum Sommer ist das aber nicht, am Sonntag ist es «oft stark bewölkt mit vielen Schauern».
Hoffnung auf schönen August
Schon Ende Juli ist die Badesaison mehr als zur Hälfte gelaufen, viele sind zum richtigen Sommer ans Meer geflüchtet. Selbst bei grösster Hitze gibt es jetzt keine Rekordzahlen. «Wir sind 20 Prozent im Minus», sagt Verwalter und Badmeister René Saurenmann vom schön gelegenen Badener Terrassenbad. Mit positivem Denken ringt er dem August noch die Chance ab, die Lücke zu füllen, ein stabiles Hoch mit grosser Hitze vorausgesetzt. Für heute Mittwoch rechnet er mit 3000 bis 4000 Badegästen, eine normale Saison endet in Baden mit 100000 Eintritten.
Das Schwimmbad Schachen in Aarau hat viel saniert und erneuert. Es eröffnete deshalb erst im Juni, Badmeister René Hächler ist mit den 32544 Eintritten in diesem meist besten Saisonmonat sehr zufrieden. Die bisher nur 15000 Eintritte im Juli reissen die Bilanzkurve in die Tiefe. Da kann Hächler nur vom Hitzesommer 2003 träumen, mit 68000 Eintritten allein im Juni. 2012 wird Aarau trotz grosser Investitionen kaum die üblichen 110000 bis 120000 Saison-Eintritte erreichen. «Wir haben immer 24 Grad», wirbt Hächler für jene Leute, die schon beim Gedanken ans Wasser kalte Füsse bekommen.
2012 wird ein schlechtes Jahr
«Das wird sicher ein schlechtes Jahr», bilanziert Paul Gürtler vom schönen Viamare-Freizeitzentrum in Frick. «Bisher verlief die Saison ähnlich wie 2011, damals hat der August die Zahlen bis auf 63000 Jahres-Eintritte aufpoliert. Viel schlechter war nur 2010 mit 45000 Badegästen, «im Hitzejahr 2003 kamen wir auf 96000 Besucher», betont Gürtler.
Bisher sieht es auch im Frei- und Hallenbad Brugg und in der Biobadi Biberstein ähnlich aus wie im durchzogenen Vorjahr 2011. «Nur ein Top-August kann noch vieles retten», glaubt auch Peter Kistler von der Badi Bünzmatt in Wohlen. «Bisher sehr wenig Eintritte» verzeichnet das Klingnauer Schwimmbad gemäss dem langjährigen Badmeister Urs Zimmermann. Es sind jetzt so um die 12000, bei einem Jahresmittel von rund 25000 Badefreudigen. Die Temperaturen lassen keine Wünsche mehr offen: Luft gestern Nachmittag in Klingnau 28,3 Grad, das Wasser 23,3 Grad. Also ab in die Wellen, bevor die nächste Kältewelle kommt!

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