Asylunterkünfte

Nun kommen Brugg und Othmarsingen als Asylzentren ins Spiel

Auch die Militärunterkunft in Bettwil steht noch auf der Liste des VBS.

Auch die Militärunterkunft in Bettwil steht noch auf der Liste des VBS.

Ueli Maurers VBS ging wegen möglichen Standorten zu Asylunterbringungen über die Bücher. Auf der neusten Liste sind 32 mögliche Unterkünfte aufgeführt. Darunter befinden sich drei im Aargau. Über deren Auswahl zeigt man sich beim Kanton erstaunt.

In der alten Liste hatte das eidgenössische Verteidigungsdepartement (VBS) im Aargau noch keinen einzigen Standort aufgeführt, den man als Asylunterkunft brauchen könnte. In der neusten Liste, die «10vor10» gestern publik machte sind nun deren drei drauf: Bettwil, Brugg und Othmarsingen.

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Das Departement Maurer macht aber gleich klar: Brugg eignet sich nicht, weil die Unterkunft vom Militär beansprucht wird. Das gilt gemäss VBS für alle jene Truppenunterkünfte, die mindestens zu 50 Prozent belegt sind. Brugg wird laut VBS vor allem zu Ausbildungszwecken genutzt.

Wer sich die Liste genauer ansieht, findet nur wenige unter den 32 Standorten, die aus Sicht des VBS für die Unterbringung überhaupt denkbar wären, weil sie nicht von Truppen belegt sind. Zu den meisten Unterkünften steht: «Truppenbelegung».

Am Schluss Othmarsingen?

Wohl kaum in Frage dürfte auch der Standort Bettwil kommen. Da wehrt sich zum einen die Bevölkerung heftig. Zum anderen hat der Kanton ein Rechtsgutachten vorgelegt, dass den Standort für ungeeignet bezeichnet.

Bleibt also Othmarsingen. Im zuständigen kantonalen Departement für Gesundheit und Soziales (DGS) winkt man ab. «Wir sind überrascht, dass Othmarsingen überhaupt auf der Liste figuriert», erklärt der Departementssprecher Balz Bruder. «Im vergangenen Jahr hiess es vonseiten des Bundes, die unterirdische Anlage in Othmarsingen sei zu stark genutzt, als dass sie als Asylunterkunft genutzt werdem könnte», so Bruder.

Die verhaltene Kritik am VBS

Auch wenn er das VBS nicht kritisieren will – speziell findet Bruder, nach welchen Kriterien das Verteidigungsdepartement die Unterkünfte auflistete. Es mache wenig Sinn, Unterkünfte aufzulisten, um sie gleichzeitig als «truppenbelegt» zu taxieren. «Eine solche Aussage macht nur Sinn, wenn die Truppenbelegung kein Hindernis darstellt», so Bruder weiter.

Geeignet wären aus Sicht des DGS-Sprechers Bruder Unterkünfte in der Art des Truppenlagers Bremgarten: Diese sei – wie von der Politik erwünscht – nicht mitten im Siedlungsgebiet, oberirdisch angelegt und für die Unterbringung Asylsuchender bestens ausgestattet.

VBS will Hausaufgaben gemacht haben

Von einem Standort Bremgarten wollte das VBS zunächst noch nichts wissen. Nur Unterkünfte, auf welche die Armee «kurz- oder mittelfristig verzichten» könne und die mindestens fünfzig Personen Platz bieten würden, habe das VBS angeboten.

Zur Kritik an der für Verwirrung sorgenden VBS-Liste meint Sonja Margelist: «Es handelt sich dabei um ein Papier zu Handen der Staatspolitischen Kommission des Nationalrats, welches nicht das VBS publik machte.» Das VBS biete Hand und arbeite mit dem BfM konstruktiv zusammen. (rsn/dfu)

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