Abstimmung
Nun ist klar: Beide Medikamenten-Initiativen fallen bei Aargauern durch

Alle Bezirke sind ausgezählt: Alle lehnen beide Medikamenten-Initiativen mit über 60 Prozent Stimmenanteil ab. Das Volk bestätigt so den Status quo: Medikamente müssen weiterhin beim Apotheker abgeholt werden.

Drucken
Teilen
Wer darf Medikamente abgeben? Ärzte oder Apotheker? Das Volk hat das letzte Wort

Wer darf Medikamente abgeben? Ärzte oder Apotheker? Das Volk hat das letzte Wort

Keystone

Die Apotheker haben den „Pillenkrieg" für sich entschieden. Ihre Initiative ist vom Stimmvolk zwar wie diejenige der Ärzte abgelehnt worden. Doch das Ergebnis bestätigt die heutige Regelung: demnach sind Medikamente grundsätzlich weiterhin in der Apotheke zu holen. Damit bleibt der Aargau bei der Minderheit von Kantonen in der Schweiz, in der die sogenannte Selbstdispensation (Medikamentenabgabe durch Ärzte) grundsätzlich nicht erlaubt ist.

Zufrieden sein dürften die Regierung und die überwiegende Mehrheit der Parteien, die zwei Nein-Parolen empfohlen hatten. Dies aus der Überlegung, dass sich das geltende System im Aargau bewährt habe und sich keine Änderung aufdränge.

Die Resultate: Die Initiative der Ärzte „Ja zur ärztlichen Medikamentenabgabe" wurde mit 60,3 Prozent Nein abgelehnt, diejenige der Apotheker „Miteinander statt Gegeneinander" mit 61,2 Prozent.

Das Ergebnis hatte sich schon in der Auszählung erster Gemeinden und im ländlichen Bezirk Kulm abgezeichnet. Im Bezirk Kulm praktizieren mehrere Ärzte, die auch Medikamente verkaufen dürfen, weil die nächste Apotheke für die Patienten unzumutbar weit weg ist.

Wehrpflicht-Initiative versenkt

Richtiggehend versenkt wurde im Aargau mit durchschnittlich 78,8 Prozent Nein die Initiative der GSoA zur Aufhebung der Wehrpflicht. Das Epidemiengesetz wurde mit 55,9 Prozent Ja angenommen. Ein knappes Ja resultierte mit ebenfalls 55,9 Prozent Ja-Stimmen auch bei der Tankstellenshop-Liberalisierungsvorlage.

Aktuelle Nachrichten