Grundstein gelegt
Notrufzentrale: Vier gefüllte Plastikboxen für mehr Sicherheit im Aargau

Polizei, Feuerwehr, Rettungssanität, kantonaler Führungsstab: In der Aarauer Telli wird für sie eine neue Zentrale gebaut. Am Freitag wurde dazu ein spezieller Grundstein «gelegt».

Mario Fuchs
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Polizeivorsteher Urs Hofmann und Finanzdirektor Roland Brogli befüllten die zwei «Grundsteine» der neuen Notrufzentrale in Aarau.

Polizeivorsteher Urs Hofmann und Finanzdirektor Roland Brogli befüllten die zwei «Grundsteine» der neuen Notrufzentrale in Aarau.

Jiri Reiner

Der Grundstein: Er dient Nachfahren als Zeitzeuge und Bauherren als Grund für eine Feier mit Apéro. Eine solche gab es am Freitagnachmittag dort, wo man sie nicht erwarten würde: Im Kommando der Aargauer Kantonspolizei in Aarau. Dafür ohne Alkohol: Die meisten, die zugegen waren, taten dies nämlich im Dienst.

Der Bau trägt den Namen «KNZ-EFI»: Kantonale Notrufzentrale und Erneuerung Führungsinfrastruktur. Er entsteht bis Ende 2016 und wird ans Kapo-Hauptquartier angedockt. Doch, so betonte Hans Peter Fricker, der Vorsitzende des Projektausschusses: «Der Begriff ‹Anbau› wäre Understatement. Das ist ein Erweiterungsbau.» Einer, der für mehr Sicherheit im ganzen Kanton sorgen soll. Werden doch die Notrufnummern 112, 117, 118 und 144 hier neu zusammengeführt; die «Kommunikation verkürzt», die «Wege kurz», die «Servicequalität verbessert», wie Landammann Urs Hofmann erklärte.

Aus drei Standorten wird einer

Bislang waren die Aargauer Blaulichtorganisationen auf drei Standorte verteilt: auf die Einsatzzentrale im Aarauer Polizeikommando, die Verkehrsleitzentrale in Schafisheim sowie die Einsatzleitstelle des Kantonsspitals Aarau. Bei «Katastrophen, Notlagen und schweren Mangellagen» werden sie vom kantonalen Führungsstab koordiniert. Auch er wird deshalb in der Telli ein neues Zuhause erhalten. Politisch war das Vorhaben unumstritten, der Grosse Rat genehmigte vor einem Jahr den nötigen Kredit von knapp 39 Millionen Franken mit 118 Ja- zu 10 Nein-Stimmen. «Was heute weiss Gott keine Selbstverständlichkeit mehr» sei, so Hofmann.

Regierungsrat Roland Brogli, Vorsteher des projektleitenden Departements Finanzen und Ressourcen, bezeichnete die kommende Bauphase als «enorm anspruchsvoll». Der Grund: Das Kommando und die bestehende polizeiliche Notrufzentrale bleiben in Betrieb. Brogli: «Wir operieren sozusagen am offenen Herzen. Nicht auszudenken, wenn das Notrufsystem ausfallen würde!»

Plastikboxen als Grundsteine

So erhielt das spezielle Projekt auch einen speziellen «Grundstein»: Vier Plastikboxen. Eine für jede Organisation, die einzieht, bestückt mit Papier- und Tondokumenten aus den bisherigen Notrufzentralen. «Gelegt» werden sie erst, wenn die neue zweigeschossige Zentrale im Rohbau fertig ist. Dann werden sie «für immer sichtbar» einbetoniert, wo sie «täglich an die Zusammengehörigkeit» erinnern werden.