Tödlicher Unfall
Norwegen stellt Verfahren gegen den Eurobus-Chauffeur ein – vier Schweizer starben damals

Am 29. Juli 2014 kamen in Norwegen vier Schweizer ums Leben. Sie sassen in einem Bus des Reiseunternehmens Eurobus, als dieser von der Strasse abkam. Die Staatsanwaltschaft eröffnete gegen den Chauffeur ein provisorisches Verfahren – doch jetzt wird bekannt, dass dieses eingestellt wurde.

Nadja Rohner
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Aargauer Busdrama in Norwegen - drei Schweizer tot, 13 verletzt (TeleM1)
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Der Unglücksbus wird am Tag nach dem Unfall in einer Werkstatt von norwegischen Spezialisten untersucht.
Der verunglückte Schweizer Reisecar und zahlreiche Helfer.
Der Bus knallte frontal in den Hang.
Die Polizei sichert den Unfallplatz.
Der Strassenabschnitt im Unfallgebiet gilt bei Einheimischen als gefährlich.
Der Bus war nach dem Crash in die Felswand völlig zerstört.
Der verunfallte Aargauer Bus von in Norwegen.

Aargauer Busdrama in Norwegen - drei Schweizer tot, 13 verletzt (TeleM1)

Keystone

Die zweiwöchige Rundreise zum Nordkap nahm am Vormittag des 29. Juli 2014 ein jähes Ende. Auf der Europastrasse 6, auf Höhe der norwegischen Gemeinde Namsskogan, kam ein Bus des Windischer Unternehmens Eurobus von der Strasse ab. Es überquerte die linke Fahrspur und kippte in den Strassengraben, wo es einen Felsen neben der Strasse touchierte.

Dabei starben vier Schweizer Bus-Passagiere. Drei davon hatten ihre Sicherheitsgurte nicht getragen, obwohl der Chauffeur seine Gäste wiederholt daran erinnert hatte.

Wie in Norwegen üblich, eröffnete die Staatsanwaltschaft gegen den Fahrer umgehend ein provisorisches Verfahren wegen fahrlässiger Tötung.

Vor einem Jahr kam die norwegische Unfalluntersuchungsbehörde zum Schluss, dass ein technischer Defekt, überhöhte Geschwindigkeit oder äussere Einflüsse – etwa das Wetter oder der neue Asphaltbelag – als Unfallursache ausgeschlossen werden konnten. Im Vordergrund stand deshalb menschliches Versagen des Chauffeurs. Die Ermittler hielten fest, vieles deute darauf hin, dass er auf der monotonen Strecke eingenickt sein könnte oder anderweitig abgelenkt war. Aber: Er hatte alle Ruhezeiten eingehalten und stand weder unter Medikamenten- noch unter Alkoholeinfluss. Abschliessend könne man das jedoch nicht sagen, so die Untersuchungsbeauftragten.

Wie die norwegische Staatsanwaltschaft nun auf Anfrage der az mitteilt, wurde das Verfahren gegen den Chauffeur mittlerweile eingestellt, ohne dass es zur Anklage gekommen wäre. Man habe die Schweizer Botschaft und Eurobus informiert, sagt die zuständige Staatsanwältin.