Die Zahl der Elektroautos in der Schweiz ist noch sehr klein. Der TCS-Vizepräsident und Präsident von Swiss eMobility, Thierry Burkart, ist aber überzeugt: Die Experimentier- und Pionierphase ist überstanden, Elektroautos werden immer mehr zu vollwertigen Transportmitteln. Dies sagte Burkart am 12. Aargauer Energiegipfel, der gestern sinnigerweise in der Umweltarena Spreitenbach stattfand.

Burkart forderte keine staatliche Förderung, aber gute Rahmenbedingungen. Und natürlich braucht es genug Schnellladestationen. Letzteren stünden leider unterschiedliche kantonale Anforderungen im Weg. Mit Elektromobilität könne man auch die Abhängigkeit vom Öl reduzieren. Burkart: «Die Batterien werden immer besser, der Anschaffungspreis sinkt, die Ökobilanz ist gut.»

Grosses Vorbild ist Norwegen, das E-Autos massiv fördert. Dort wurden letztes Jahr rund 10 000 neue E-Autos in betrieb genommen. Aktuell wird jedes fünfte neu immatrikulierte Auto mit Strom betrieben – und zwar mit sauberem Strom: 99 Prozent stammt aus Wasserkraft.

Doch was, wenn die Schweizer tomkraftwerke dereinst vom Netz gehen? Reicht der Strom dann noch für Elektroautos? Burkart verweist auf die Konsumenten, die das Auto problemlos mit Strom vom eigenen Solarpanel aufladen können. Zudem könne ein Elektroauto als Zwischenspeicher dienen und bei Bedarf Strom ins Netz zurückspeisen. Woher der Strom künftig insgesamt kommt, müsse aber die Politik entscheiden.

Von der Zukunft der E-Mobilität zeigte sich vor den 360 Teilnehmenden auch der Zukunftsforscher Jens Thommen überzeugt. Erst recht, weil der Wirkungsgrad eines E-Autos rund 90 Prozent beträgt – der eines Verbrennungsmotors hingegen nur rund 20 Prozent. Thommen fährt seit einem Jahr selbst ein E-Auto. Zur Endlichkeit der fossilen Rohstoffe gab er zu bedenken: «Jeder Liter Öl, den wir der Erde entreissen, kommt in den nächsten 450 Millionen Jahren nicht wieder.»

Der Aargauer Energiedirektor Stephan Attiger sagte zur E-Mobilität, es gehe um mehr, als nur den Verbrennungsmotor durch einen Elektromotor zu ersetzen: «Wir begreifen die Elektromobilität aber als Chance, den Verkehr effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. Damit dies gelingt, muss die Elektromobilität als zunehmend wichtiger Verkehrsträger in das Gesamtverkehrssystem eingebettet werden.»