Bildung

Nordwestschweizer Kantone lehnen das Hochschulkonkordat ab

Nordwestschweizer Kantone wollen bei Hochschulwesen mehr Mitsprache (Archiv)

Nordwestschweizer Kantone wollen bei Hochschulwesen mehr Mitsprache (Archiv)

Knatsch ums künftige Hochschul-Konkordat. Aargau, Basel-Stadt und Basel-Landschaft weisen das vorgeschlagene Konkordat ab, weil es überholt und unflexibel sei. Und weil Basel-Land im Hochschulrat keinen Sitz erhalten soll.

Die Regierungen der Kantone Aargau, Basel-Landschaft und Basel-Stadt verlangen, dass diejenigen Kantone in den zukünftigen Hochschulrat Einsitz nehmen, die zusammen mit dem Bund den grössten Beitrag an das Schweizer Hochschulwesen leisten.

Dazu gehört in ihren Augen auch der Kanton Basel-Landschaft. Da dies so im vorgschlagegen Hochschulkonkordat nicht vorgesehen ist, weisen die Regierungen der drei Kantone die Vernehmlassungsfassung nun ab. Sie orientiere sich sich an überkommenen Gegebenheiten und sei nicht zukunftsfähig, kritisieren die drei Kantonsregierungen in einer gemeinsamen Mitteilung.

Alle gemeinsam

Gemäss Bundesverfassung tragen der Bund und die Kantone die Verantwortung für den Hochschulbereich gemeinsam. Oberstes hochschulpolitisches Organ wird ab 2014 die Schweizerische Hochschulkonferenz sein, in der der Bund und alle Kantone vertreten sind. Im Hochschulrat, dem strategischen Gremium, sollen die Träger von Hochschulen repräsentiert sein.

Die Vernehmlassungsfassung des Hochschulkonkordats sieht vor, dass zehn der insgesamt vierzehn kantonalen Sitze des Hochschulrats an die bisher formal anerkannten Universitätskantone vergeben und die restlichen vier nach regionalpolitischen Grundsätzen zugeteilt werden.

Unflexible, überholte Regelung

Aus Sicht des Nordwestschweizer Bildungsraums widerspricht die Privilegierung der zehn bisherigen Universitätskantone dem Geist des neuen Hochschulgesetzes, das alle Hochschultypen umfasst. Die zehn Universitätskantone werden bevorzugt, während der 2006 entstandene elfte Universitätskanton, nämlich Basel-Landschaft, nicht berücksichtigt wird.

Ebenso wenig wird berücksichtigt, dass der neue Hochschulrat für die nationale Strategie al-ler Hochschultypen und nicht nur jener der Universitäten zuständig sein wird. Die in der Ver-nehmlassung vorgeschlagene Regelung erweist sich als so unflexibel, dass sie auf erwünschte Entwicklungen bei Hochschulträgerschaften nicht reagieren kann und bereits zum Zeitpunkt ihres Inkrafttretens überholt ist. Denn der Konkordatsentwurf steht auch dem Willen des Bundesparlaments entgegen, den Kanton Basel-Landschaft als Universitätskanton anzuerkennen.

Anzahl Studierender als Kriterium

Ebenso wenig ist es sinnvoll, vier weitere Sitze nach dem Regionalprinzip zu vergeben. Strategische Entscheide müssen nach hochschulpolitischen Kriterien gefällt werden und das System muss möglichst flexibel auf Änderungen reagieren. Massgebliches Kriterium für einen Sitz im Hochschulrat muss die Leistung der Kantone und damit die Übernahme von Verantwortung für das Hochschulwesen sein.

Die drei Kantonsregierungen schlagen vor, diese Leistung an der Zahl der ausgebildeten Studierenden zu messen. Dieses Kriterium ist ebenso gerecht wie eindeutig, berücksichtigt alle Hochschultypen und kann Entwicklungen des Engagements der Kantone, wie z.B. die Mitträgerschaft des Kantons Basel-Landschaft an der Universität Basel, Rechnung tragen.

Soll die Schweiz im internationalen Kontext handlungsfähig sein, ist eine Abkehr von überkommenen Prinzipien hin zu einer leistungsorientierten Steuerung im Hochschulbereich nötig, die zukunftsfähig und transparent ist.

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