Die Nordwestschweiz hat die Eurokrise und verschiedene Strukturanpassungen in der regionalen Wirtschaft weitgehend überwunden: Davon geht Rainer Füeg, Verfasser der am Freitag veröffentlichten Wirtschaftsstudie Nordwestschweiz, aus. Für 2014 erwartet er einen Wertschöpfungszuwachs von 2,3 Prozent.

2011 und 2012 hatte laut Füeg die Nettowertschöpfung in der Nordwestschweiz weniger stark zugenommen als in der übrigen Schweiz. Nachdem aber Exportprobleme wegen der Eurokrise und Anpassungen bei Banken, Teilen der Spezialitätenchemie und im Bereich Forschung und Entwicklung überwunden waren, hätten die traditionellen Stärken der Region in der zweiten Hälfte 2012 wieder zu greifen begonnen.

In der Folge nahm in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres das Wirtschaftswachstum in der Nordwestschweiz um 3,3 Prozent zu, wie Füeg in einer Mitteilung festhielt. Für das ganze Jahr werde sich dies wohl noch abschwächen, doch zähle die Nordwestschweiz zusammen mit der Region Zürich weiterhin zu den wettbewerbsstärksten Regionen der Schweiz.

Zu verdanken sei das stärkere Wirtschaftswachstum allerdings primär der Pharmaindustrie und der regionalen Gesundheitsversorgung. Ohne diese wäre die regionale Wertschöpfung laut Füeg im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent geschrumpft und im laufenden Jahr um 0,8 Prozent weniger stark gestiegen.

Arbeitsmarkt verhalten

Auf den Arbeitsmarkt habe sich das anziehende Wirtschaftswachstum aber nur bescheidenen ausgewirkt. Die stärksten Impulse hätten das Bildungs- und Gesundheitswesen geliefert, und wie in den vergangenen Jahren habe die Zahl der Grenzgänger und Kurzaufenthalter aus der EU weit stärker zugenommen als die Beschäftigung insgesamt.

Für 2014 dürfe die Wirtschaft der Nordwestschweiz weiter Impulse aus dem Export wie auch aus der Schweizer Binnenwirtschaft erwarten. In der Industrie geht Füeg von knapp viereinhalb Prozent Wertschöpfungszunahme aus, im Dienstleistungssektor von etwas mehr als einem Prozent und im Gewerbe von anderthalb Prozent. Dank des Gewerbes rechnet Füeg mit einer Beschäftigungszunahme um rund ein halbes Prozent.