Nomination
Grünliberale treten im Zebralook an und wollen einen zweiten Sitz im Nationalrat – mit diesen 16 Namen steigt die Partei in den Wahlkampf

Seit zwölf Jahren ist die GLP mit Beat Flach im Nationalrat vertreten – nun will die Partei einen zweiten Sitz in der grossen Kammer. Die Grünliberalen setzen dafür auf eine Zebraliste, auf der sich Männer und Frauen abwechseln. Ungewöhnlich: Den Präsidenten findet man erst auf dem zweitletzten Listenplatz.

Fabian Hägler
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Gruppenbild der Kandidatinnen und Kandidaten an der Nominations-Mitgliederversammlung der GLP Aargau für die Nationalratswahlen 2023.

Gruppenbild der Kandidatinnen und Kandidaten an der Nominations-Mitgliederversammlung der GLP Aargau für die Nationalratswahlen 2023.

Henry Muchenberger

Die GLP strebt einen Wähleranteil von zehn Prozent, einen zweiten Sitz im Nationalrat und eine Vertretung im Ständerat an. An der Mitgliederversammlung am Freitag bei Jura-Cement in Möriken-Wildegg wurde bekannt, welche 16 Personen auf der GLP-Liste stehen. Die Grünliberalen kommen schwarz-weiss daher – Männer und Frauen wechseln sich auf der Liste ab wie beim Zebra die Streifen.

Angeführt wird die Liste vom bisherigen Nationalrat Beat Flach, auf Platz zwei folgt Ständeratskandidatin Barbara Portmann. Sollte Portmann für die GLP ins Stöckli einziehen und die Partei genügend Stimmen für einen zweiten Nationalratssitz holen, könnte Fraktionschef Gian von Planta auf dem dritten Platz nach Bern gewählt werden.

Auf den Plätzen vier bis sieben stehen mit Manuela Ernst, Lukas Huber, Leandra Kern-Knecht und Matthias Betsche weitere Grossratsmitglieder. Relativ weit hinten, auf den Plätzen neun und elf, stehen Ignatius Ounde (Gränichen) und Hans-Peter Budmiger (Muri), die bei den letzten Grossratswahlen mit starken Resultaten aufwarteten. Auf dem zweitletzten Listenplatz figuriert GLP-Kantonalpräsident Philippe Kühni – gleich hinter Iva Marelli, die seit dieser Woche als Stellvertreterin im Grossen Rat sitzt.

24 valable Kandidierende für 16 Listenplätze

Barbara Portmann soll für die GLP einen Sitz im Ständerat erobern.

Barbara Portmann soll für die GLP einen Sitz im Ständerat erobern.

Henry Muchenberger

Wahlkampfleiter Manuel Egli sagte, die 16 Personen auf der Liste seien sehr motiviert und die GLP werde die richtigen Antworten auf die politischen Themen haben, die im Sommer und Herbst aktuell seien. Er gab sich überzeugt, dass die Partei ihre hohen Ziele – einen Ständeratssitz, zwei Sitze im Nationalrat, zehn Prozent Wähleranteil – erreichen werde.

Viktor Egloff, Obergerichtspräsident und Leiter des Selektionsteams, sieht viel Positives. Es habe eine Auswahl von 24 Kandidierenden für die 16 Plätze gegeben, das Potenzial sei gross. Klar sei gewesen, den Bisherigen Beat Flach auf Platz eins und Ständeratskandidatin Barbara Portmann auf Platz zwei zu setzen. Die restlichen Listenplätze wurden nach Kriterien wie Motivation, Erfahrung oder Mobilisierungspotenzial vergeben.

12 der 16 Kandidierenden waren anwesend, sie mussten Fragen beantworten, die Egli von dem Bot «Chat GPT» erstellen liess. Dabei zeigte sich, dass Flachs verrücktestes Erlebnis in der Politik seine Wahl in den Grossen Rat war – mit sehr wenigen Stimmen. Und die Superkraft, die Portmann gerne hätte, wäre Fliegen wie ein Vogel. Die Wahlliste wurde schliesslich einstimmig und mit Applaus nominiert.

Beat Flach: «Es braucht mehr Grünliberale in Bern»

Nationalrat Beat Flach spricht an der Nominations-Mitgliederversammlung der GLP Aargau für die Nationalratswahlen 2023.

Nationalrat Beat Flach spricht an der Nominations-Mitgliederversammlung der GLP Aargau für die Nationalratswahlen 2023.

Henry Muchenberger

Die GLP schaue trotz Ukraine-Krieg und Energiekrise zuversichtlich in die Zukunft und wolle diese mitgestalten, sagte Präsident Philippe Kühni. Noch zuversichtlicher zeigte sich Kühni, dass die Grünliberalen im Herbst bei den Wahlen ein gutes Ergebnis erzielen werden.

Nationalrat Beat Flach geht davon aus, dass die Ausgangslage für GLP-Anliegen mit Albert Rösti im Bundesrat schwieriger werden dürfte. «Umso mehr braucht es uns in Bern, wir haben Drive und Energie und bei unseren Parlamentariern knistert es», sagte Flach. «Wir sind die Partei der Positiven, wir sehen die Chancen.»