Rothrist
Noch ist die Maschine etwas zickig: Bei der Wernli AG werden nun Schutzmasken hergestellt

Jetzt geht’s los: Am Sonntag sind die ersten Hygienemasken made in Rothrist bei der Wernli AG vom Band gelaufen.

Lilly-Anne Brugger
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Warum werden die Ohrenbändel nicht angeklebt? Felix Schönle (rechts) justiert mit Produktionsleiter André Sägesser die neue Maschine.

Warum werden die Ohrenbändel nicht angeklebt? Felix Schönle (rechts) justiert mit Produktionsleiter André Sägesser die neue Maschine.

lbr

Es rattert und hämmert – nach einem letzten Ploff breitet sich aber plötzlich Ruhe aus in der Produktionshalle der Wernli AG in Rothrist. «Jetzt hat’s den Ohrenbändel wieder nicht richtig angeklebt», sagt CEO und Inhaber Felix Schönle und greift nach einer Pinzette, um das Gummiband zum x-ten Mal neu einzufädeln.

Die Maschine reiste ohne Monteure nach Rothrist

Gemeinsam mit zwei Schichtführerinnen und Produktionsleiter André Sägesser ist Felix Schönle seit Sonntagmorgen dabei, die Maschine einzurichten, mit der ab dieser Woche rund 130000 Hygienemasken pro Tag produziert werden. Am Freitagmorgen ist sie in Rothrist angekommen, bis Samstagabend dauerte der Aufbau.

Erschwerend kommt hinzu, dass die chinesische Maschine ohne Monteure nach Rothrist reisen musste. Felix Schönle und seinen Leuten bleibt somit nichts anderes übrig, als die Maschine selber einzurichten. «Das ist eben kein Staubsauger, den man einsteckt und dann funktioniert er», sagt er, nachdem die Maschine einmal mehr mit einem Ploff den Dienst quittiert hat.

Die Hilfe aus China kommt per Handy-Nachricht

Hin und wieder greift Felix Schönle zum Handy, schreibt eine Nachricht oder schickt ein Foto. Der Monteur in China ist per Handy erreichbar. «Mal schauen, ob er noch wach ist», sagt Felix Schönle und schickt das nächste Video nach China. Es zeigt die Greifarme, die den Ohrenbändel packen – oder eben nicht, je nach Laune der Maschine. «Das sind eben die Tücken des Anfangs», sagt Schönle und wirft einen Blick auf sein Handy. Obwohl in China schon 22 Uhr ist, hat er Antwort bekommen. Ob sie weiterhilft, ist eine andere Frage.

Trotzdem ist Felix Schönle zuversichtlich, dass er schon heute Montag die reguläre Produktion aufnehmen kann. An fünf Tagen werden dann rund um die Uhr drei bis vier Personen die Maschine bedienen.

Herstellung von bis zu 800'000 Masken am Tag

Nicht nur am Hauptsitz im Gländ wird an Maskenmaschinen gearbeitet. Auch im neuen Standort in der ehemaligen Rivella-Fabrik sind Mitarbeiter dabei, weitere Maschinen in Betrieb zu nehmen.

Wenn alles gut läuft, wird die Wernli AG bis zu 800'000 Masken am Tag für Spitäler und Zwischenhändler produzieren.