Seit dem 1. März 2012 ist der Kanton Aargau auch auf Social Media präsent. Interessierte können sich auf Facebook, Twitter, Youtube und Flickr über Politik und Gesellschaft informieren. Der Kanton zieht nach knapp fünf Monaten eine positive Bilanz, sieht aber auch Punkte, welche noch verbessert werden können.

Im Februar 2011 hatte die Generalsekretärenkonferenz beschlossen, sich beim Kanton mit den Chancen und Risiken der Social-Media-Nutzung auseinanderzusetzen. Im März 2012 wurden Auftritte auf Facebook, Twitter und Youtube lanciert. Das Pilotprojekt A@rgau 2.0 läuft noch bis November. Dann wird dem Regierungsrat ein Evaluationsbericht unterbreitet. «Wir werden voraussichtlich beantragen, die Social-Media-Aktivitäten weiterzuführen», sagt Regierungssprecher Peter Buri. Das Gesamtbudget für diese Probephase liegt bei rund 100000 Franken. «Für ein Projekt dieser Grössenordnung ist dies ein relativ bescheidener Betrag», sagt Buri.

Die Social-Media-Strategie

Bisher ist man mit dem Auftritt des Kantons auf den Social-Media-Plattformen zufrieden. Man sei aber in dieser ersten Phase nicht auf Zahlen aus. Der Kanton hat auf Facebook bis jetzt 441 Follower und auf Twitter 371. Als Vergleich hat der Kanton Zürich auf Twitter 1864 Fans und auf Facebook 659.

Nur: Die Zürcher sind bereits ein Jahr länger mit dabei. «Im Kanton Aargau hat man einen etwas anderen Ansatz gewählt und eine umfassende Social-Media-Strategie entwickelt», so Buri. Diese basiere auf den vier I, die für Integration, Image, Information und Interaktionen stünden. In einem zweiten Schritte habe man die Social-Media-Plattformen bestimmt, mit denen man diese Aspekte am besten abdecken könne.

Medienkonferenz bald live

Am besten funktionieren bisher die Kurznachrichten aus Medienkonferenzen, via Twitter aufgenommen. Es wurden aktuelle Zahlen rasch aufgeschaltet. «Das Publikum und Experten schätzen diese Echtzeit-Information und schickten diese Infos per Retweet auch gleich an andere weiter», sagt der Regierungssprecher. Aber auch eine Live-Videoübertragung im Internet kam bei den Usern gut an.

Der Kanton nutze dabei die Demokratiekonferenz mit Baden-Württemberg als Experimentierfeld. Da gab es ein sogenanntes Live-Streaming. Über 500 Personen verfolgten die Referate und Diskussionen live im Internet. Das deutete der Kanton als positives Feedback für ein erstes Mal. Dem Regierungsrat wird vorgeschlagen, künftig auch Medienkonferenzen live zu übertragen. Die technischen Voraussetzungen dazu werden in einem neuen Medienraum geschaffen, der Anfang 2013 betriebsbereit sein wird.

Auch der Wahl- und Abstimmungsservice wird auf Facebook und Twitter ausgebaut. Der Kanton Aargau achtet jedoch aus prinzipiellen Gründen darauf, dass sämtliche relevanten Informationen weiterhin auf www.ag.ch verfügbar sind. Mit Social Media werden keine Exklusivinformationen kommuniziert.

Wettbewerb wird lanciert

Wieso sollen sich Aargauerinnen und Aargauer neuerdings vermehrt via Social-Media-Plattformen über den Kanton informieren? «Die Bürgerinnen und Bürger bekommen so zu zusätzlichen Infos über unseren Kanton. Sie können das Gebilde Staat von einer anderen Seite, auf eine sympathische Weise, kennen lernen», begründet Buri. Zudem erhalte man rasch die neusten Informationen aus erster Hand und auch die Nachfrage nach mobilen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten nehme zu. «Und man hat die Möglichkeit, sich selber einzubringen, beispielsweise mit einem Wettbewerb.»

Ein solcher wird demnächst lanciert. Auf der Facebook-Seite des Kantons prangte bisher das Schloss Lenzburg als Wahrzeichen. Der Kanton sucht nun die schönsten Fotos, die man direkt auf unserem Facebook-Profil posten kann. Die besten werden zu einem späteren Zeitpunkt ausgewählt. Als Gewinn winken für die drei besten Bilder je zwei Wellness-Pässe von Tourismus Aargau und die besten Fotos werden für eine gewisse Zeit als Hintergrundbild verwendet.

Regierungssprecher Buri sieht in den Social-Media-Plattformen auch eine gute Möglichkeit für die Aargauerinnen und Aargauer, ihre Verbundenheit mit ihrem Kanton zum Ausdruck bringen zu können. «Unser heimliches Ziel ist es, Zürich überholen zu können», erklärt Regierungssprecher Buri mit einem Augenzwinkern.