Nachlese
Noch ein letzter Prost auf die kleinen und grossen Wahlsieger

Was an den Wahlen vom Wochenende auch noch bemerkenswert war? Allerhand. So wurde in etwa ein wiedergewählt wurde, wurde sein Unternehmen ausgeraubt.

Urs Helbling und Raphael Nadler
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Christophe Marclay

Ein Wehrli mehr

Wenn es ums Wählen geht, halten die Küttiger zusammen – und geben den Ihren ihre Stimmen. Ganz speziell im Fall der SVP-Kandidaten: Dort war Daniel Wehrli (48) bereits Grossrat. Und er ist es auch weiterhin – dank dem zweitbesten Resultat auf der SVP-Liste. Sein Zwillingsbruder Andreas Wehrli (48) hat es auf den zweiten Ersatzplatz geschafft. Ein dritter Wehrli, Rolf (34), der Sohn des jetzt dann bald alt Grossrates Peter Wehrli (62, Winzer), hat es vom 16. auf den sensationellen 5. Listenplatz geschafft. Wehrli und Küttigen – das passt.

Der Senior ist besser

Der Sohn kann dem Vater das Wasser noch nicht reichen: Alt Grossrat Martin Bossard (55, Kölliken) machte – ohne jegliche Wahlambitionen – auf der Liste der Grünen des Bezirks Zofingen mit 791 Stimmen das zweitbeste Resultat (1. Ersatz). Sein Sohn Nicola (20, trampt gerade in Griechenland) bekam nur 464 Stimmen.

Ein Grund zur Freude

Der gebürtige Kenianer und Kantonsspital-Angestellte Ignatius Ounde (36, Gränichen) machte auf der Liste der Grünliberalen des Bezirks Aarau ein überraschend gutes Resultat. Er wurde mit 1326 Stimmen zweiter Ersatz. Noch vor Sandro Stamm (46), dem ehemaligen Feuerwehrkommandanten von Hirschthal und kürzlich gewählten Bezirksrichter. Überraschend deutlich gewählt wurde bei den Grünliberalen Adrian Bircher (28), der Sohn von alt Regierungsrat und alt Nationalrat Silvio Bircher (71, SP).

Zügeln gut oder schlecht?

Für Wolfgang Schibler (67, SVP) bedeutet der Umzug von Bettwil nach Buchs wohl das Ende der politischen Karriere – weil seine Partei im Bezirk Aarau einen Sitz verlor. Michelle Rütti (31, SVP) zügelte im Frühling vom Wynen- ins Seetal. Unter anderem mit der Begründung, der Ausländeranteil in Reinach sei nicht mehr «massvoll». Das gab viel Kritik, hat aber ihrer politischen Karriere nicht geschadet. Michelle Rütti (neu Meisterschwanden) schaffte es im Bezirk Lenzburg auf den zweiten Ersatzplatz.

Fleissige Aarauer

Im Bezirk Aarau betrug die Stimmbeteiligung 37,9 %, in Kulm 32,2 %, in Lenzburg 32,9 % (Kanton 32,8%).

Böse Überraschung

Während Urs Plüss (EVP, Zofingen) mit Parteikollegen in Aarau die Wiederwahl feierte, erfuhr er telefonisch von einem Mitarbeiter, dass in sein IT-Unternehmen eingebrochen worden war. «Der Tresor wurde aufgebrochen und das ganze Bargeld entwendet», sagt Plüss. Die Diebe kamen zwischen Samstagabend und Sonntagnachmittag.