Sie ist neben der Forelle die meistverbreitete Fischart im Kanton, wie der Fischbiologe Stefan Gerster vom Amt für Jagd und Fischerei erzählt. Man sei sich ihrer grossen Verbreitung gar nicht bewusst, «dreht man jedoch in der Emme einen Stein um, ist es sehr gut möglich, auf eine Groppe zu stossen.» Gerster erwähnt, die Groppe sei ein Begleitfisch der hiesigen Forelle und auch im ähnlichen Ausmass in unseren Flüssen und Bächen vorhanden. Jedoch werde im Vergleich zu früher dieser Fisch nicht mehr gegessen, durch seine kleine Grösse wäre der kulinarische Nutzen auch relativ gering.

Der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) schreibt in seinem Bericht, der Fisch habe früher trotz seiner geringen Grösse als beliebter Speisefisch gegolten. «Laut Überlieferungen wurde der Gegenpapst Johannes XXIII. (um 1370–1419) auf seiner Flucht aus Konstanz in Ermatingen TG mit einer gebratenen Groppe verköstigt», was daraufhin die Ermatinger bis heute berechtige, an diesem Jahrestag ein weiteres Mal Fasnacht zu feiern, die sogenannte Groppenfasnacht. Ein Paradoxon der Natur wird vom SFV ebenfalls bestätigt: die Groppe ist ein Fisch, der nicht schwimmen kann. Tatsächlich gehöre die Groppe zu den wenigen Fischen, welche keine Schwimmblase besitzen, und daher werde ihre Fortbewegungsart eher als ein Hüpfen und nicht als Schwimmen bezeichnet.

Die Verbreitung der Groppe reicht vom hohen Norden Europas bis in den Süden Spaniens und Griechenlands. In der Schweiz sind sie vor allem in den Rhone- und Rheingebieten heimisch.

Für die Fischereivereine gilt eine Groppenpopulation als Indiz für sauberes Wasser und als Nahrung für die beliebten Forellen. Als Speisefisch sei die Groppe nicht dienlich, informiert auch Michael Haberstich, Präsident des Fischereivereins Olten und Umgebung. «Dafür sind die Groppen viel zu klein.» Obwohl sie sich auch von Fischeiern ernährt, wird die Groppe nicht als Schädling betrachtet, die Fischer nutzen sie eher als Köder, was sie zu einem sehr hilfreichen Fisch mache. David Gerke, Präsident des Fischereiverbandes Solothurn und Umgebung, ist mit Haberstich einig und erwähnt ebenfalls das grosse Interesse an diesem Fisch. Er hebt hervor, dass ein grosses Vorkommen an Groppen in einem Bachabschnitt auf eine intakte und gesunde Natur in diesem Bereich hinweise. Die Groppe sei schwer zu fangen und werde daher auch eher selten als Köder verwendet, schränkt Gerke ein. Es gebe jedoch durchaus Fischer, die die Groppe als Fischköder verwenden würden.

Das Vorkommen der Groppe und das somit verbundene Zeugnis einer guten und gesunden Wasserqualität, das beide Fischereiverbände erwähnen, war der zentrale Grund, wieso der Schweizerische Fischerei-Verband die Groppe zum Fisch des Jahres 2014 ernannt hat und gleichzeitig zu einer «Renaturierung der Gewässer» aufruft, was automatisch auch die weitere Verbreitung der Groppe nach sich ziehen würde.