1. August
Nicht um den heissen Brei herumreden

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Chris Iseli

In Windisch hielt Frau Landammann Susanne Hochuli am späten Abend eine sehr ins Grundsätzliche gehende Rede. Sie fragte laut Redemanuskript, «ob wir nicht viel, viel zu viel von unserem Leben verpassen, weil wir fast ausschliesslich durch Erinnerung und Erwartung leben – und dabei das Jetzt vergessen».

Hochuli hält es mit Hannah Arendt, die einst schrieb: «Der Sinn der Politik ist Freiheit. Handeln kann man nur mit der Hilfe der anderen und in der Welt. In dem Zusammenhandeln realisiert sich die Freiheit des Anfangenkönnens als ein Freisein.»

Das töne zwar kompliziert, sei es aber nicht, sagte Hochuli. Es sei das Hier und Jetzt, das Gegenwärtige, das den Anfang, das Neue in sich trage. Und durch das Gemeinsame, wie es sich im Politischen manifestiere, Freiheit bedeuten könne: «Ebenso wie im Infrage-Stellen und Über-Bord-Werfen von scheinbaren Gewissheiten.»

Die Politikerin, die nicht mehr für den Regierungsrat antritt, hat Leute gern, die nicht um den heissen Brei herumreden. So steht denn auch im Leitbild ihres Departements: «Wir nennen die angenehmen und die unangenehmen Dinge beim Namen.» Und zwar auf eine gleichzeitig klare, aber nicht verletzende Art und Weise.

In diesem Sinne zog Hochuli in Windisch den Hut vor Menschen, «die mit unverstelltem Blick die Probleme sehen und mit Kopf, Herz und Hand einen Beitrag leisten, sie zu lösen». (MKU)