Jagdgesetz

Nicht nur dem Biber geht es an den Pelz: auch Höckerschwan und Graugans auf Abschussliste

Rund 300 Biber leben im Aargau, der Bestand soll einfacher reguliert werden können.

Rund 300 Biber leben im Aargau, der Bestand soll einfacher reguliert werden können.

Das neue Jagdgesetz betrifft auch den Kanton Aargau. Die Bestände von Biber, Höckerschwan und Graugans sollen nach Ansicht des Kantons im Aargau künftig einfacher reguliert werden können.

Das überarbeitete Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wild lebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz) sieht Änderungen vor, die auch den Aargau betreffen. Der Regierungsrat hat nun zum Gesetzesentwurf und den Änderungen kritisch Stellung bezogen.

Das neue Jagdgesetz sieht vor, dass die kantonalen Jagdprüfungen vereinheitlicht werden. Der Regierungsrat begrüsst dies, möchte aber noch einen Schritt weiter gehen, als es der Gesetzesvorschlag tut. Er schlägt vor, dass der Bund künftig zusammen mit den Kantonen den gesamten Prüfungsstoff so festlegt, dass die Jagdprüfung ohne grosse Zusatzprüfungen von allen Kantonen anerkannt werden kann.

Das neue Gesetz erleichtert die Bestandesregulierung gewisser geschützter Arten wie etwa Steinbock oder Wolf. Neu können die Kantone ohne vorherige Zustimmung des Bundesamtes für Umwelt Eingriffe in die Bestände an sich geschützter Tierarten vornehmen, wenn sich dies als notwendig erweist. Auch damit ist der Regierungsrat einverstanden, aber er möchte noch weiter gehen und die Liste ergänzen.

Biber soll auf Abschussliste

Auch die Bestände von Biber, Höckerschwan und Graugans sollen nach Ansicht des Kantons im Aargau künftig einfacher reguliert werden können. Denn diese Tierarten weisen im Aargau hohe Bestände auf und verursachen entsprechende Probleme. Speziell der Biber richtete mit seinen Dämmen in jüngster Zeit im Aargau Schäden in Millionenhöhe an. Zurzeit gibt es rund 300 Biber im Kanton Aargau.

Mit der Vorgabe, jede einzelne Abschussverfügung einer geschützten Tierart oder einer jagdbaren Tierart während der Schonzeit öffentlich aufzulegen, habe sich der administrative Aufwand für die kantonale Jagdverwaltung massiv erhöht, stellt die Regierung fest.

Sie schlägt deshalb vor, dass das Verbandsbeschwerderecht bei jagdbaren Tierarten gestrichen wird; dadurch könnte die Situation etwas gemildert werden. Betroffen von der Abschussverfügung können einzelne geschützte oder jagdbare Tiere sein, die erheblichen Schaden anrichten oder eine konkrete Gefährdung von Menschen darstellen.

Schutz der Waldschnepfe

Unverständlich ist für den Regierungsrat die selektive Unterschutzstellung verschiedener Vogelarten. So stellt das Gesetz Arten wie den Haubentaucher trotz wachsender Bestände und minimalen Abschüssen unter Schutz. Andrerseits können Arten wie die Waldschnepfe trotz drastischem Rückgang des Brutgebietes weiterhin bejagt werden.

Konsequent fordert der Kanton deshalb, dass Haubentaucher künftig gejagt werden dürfen, hingegen die Waldschnepfe umfassenden Schutz geniesst. Kritisch steht die Regierung auch zur vorgeschlagenen Verschärfung der Abschusskriterien. Denn dadurch werde der Vollzug deutlich erschwert, da der Nachweis der Notwendigkeit zu unendlichen Diskussionen führen werde, argumentiert der Kanton.

Schliesslich moniert der Regierungsrat, dass wildbiologische und jagdliche Anliegen nicht genügend eingebracht werden können, wenn andere Bundesbehörden auch für den Vollzug des Gesetzes zuständig sind.

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Autor

Jörg Meier

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