Nationalrat

Nicht nachgerutscht: CVP-Binder ist kampfbereit, SVP-Keller emotionslos

Martin Keller (SVP) und Marinanne Binder (CVP) reagieren unterschiedlich darauf, dass sie nicht in den Nationalrat nachrutschen.

Martin Keller (SVP) und Marinanne Binder (CVP) reagieren unterschiedlich darauf, dass sie nicht in den Nationalrat nachrutschen.

Marianne Binder (CVP) und Martin Keller (SVP) rutschen nach der Niederlage von Ruth Humbel und Hansjörg Knecht nicht nach Bern nach. Sie reagieren unterschiedlich darauf.

Nach dem Ständerats-Wahlsieg von Philipp Müller (FDP) erbt Parteikollege Matthias Jauslin dessen Nationalratssitz. Damit schafft er, was seinen Grossratskollegen Marianne Binder (CVP) und Martin Keller (SVP) vorerst verwehrt bleibt.

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Sie beide wären in den Startlöchern gestanden, wenn ihre jeweiligen Parteikollegen, die Ständeratskandidaten Ruth Humbel (CVP) oder Hansjörg Knecht (SVP) ins Stöckli gewählt worden wären. Sind sie aber nicht.

Binder: «Ich liebe Wahlkampf»

CVP-Grossrätin Marianne Binder ist «natürlich enttäuscht», dass Ruth Humbel es nicht in den Ständerat geschafft hat, und sie, Binder, somit nicht nachrutschen kann. Binder war im Wahlkomitee für Humbel sehr aktiv. «Wir wären nicht angetreten, wenn wir uns keine Siegeschancen ausgerechnet hätten. Jedoch ist das bei Wahlen immer so, man muss akzeptieren, dass man auch verlieren kann», sagt sie auf Anfrage der az.

Doch Binder zeigt sich alles andere als eingeschüchtert: «Ich liebe den Wahlkampf. Und die Mobilisierung und Kraft, die wir vonseiten der Partei während des vergangenen Wahlkampfs gespürt haben, geben mir einen Schwung, den ich direkt in den nächsten Wahlkampf mitnehmen werde, wenn es in einem Jahr um die Grossratssitze gehen wird. Mein Kampfgeist ist geweckt.» Die nationale Polit-Komponente erfahre sie in ihrer Rolle als Mitglied des Parteipräsidiums der CVP Schweiz. Und auch das Amt als Grossrätin übe sie «wahnsinnig gern» aus.

Keller: «War nicht meine Wahl»

SVP-Grossrat Martin Keller, der für Hansjörg Knecht den Nationalratssitz übernommen hätte, wenn dieser denn gewählt worden wäre, sagt, dieses Nicht-Nachrutschen nehme er «emotionslos» hin. «Es war Knechts Wahl, nicht meine. Der Ausgang hat keine Auswirkungen auf mich.» Er sei gesund und habe einen guten Job, darum gehe sein Leben ganz normal weiter. «Ich hätte den Job als Nationalrat gern gemacht, das steht ausser Frage. Aber für mich wird sich nichts ändern.»

Als Nummer acht hat er die sieben Nationalratssitze, die sich die SVP bei den Wahlen sichern konnte, knapp verpasst. Kellers Chancen, noch während der vierjährigen Legislatur nachzurücken, stehen aber gar nicht so schlecht. Voraussetzung dafür wäre ein frühzeitiger Rücktritt einer seiner Aargauer Parteikollegen. Mit dem 73-jährigen Maximilian Reimann kommt der älteste Nationalrat aus der SVP Aargau und mit Ulrich Giezendanner sowie Luzi Stamm die beiden Amtsältesten (je 24 Jahre im Nationalrat).

«Falls es dazu kommen sollte, müsste man die Situation analysieren», so Keller. Denn auch der Beruf entscheidet mit. Der Bauingenieur und Geschäftsführer weiss nicht, was seine Firma noch mit ihm vor habe, also könne er vorerst noch nichts dazu sagen.

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