Jugendheim Aarburg

Nicht jeder gefasste Ausbrecher muss in der Arrestzelle schmoren

Ungleiche Strafe für gleiches Delikt

Ungleiche Strafe für gleiches Delikt

Im Jungendheim Aarburg werden jugendliche nicht gleich bestraft. Der Grund dafür ist eine Gesetzeslücke. Das soll sich jetzt schnell ändern.

Wegen einer Gesetzeslücke können im Jugendheim Aarburg nicht alle Heiminsassen gleich bestraft werden. Das soll nun geändert werden.

Vor rund zwei Monaten sind zwei Jugendliche nach dem Wochenendausgang nicht mehr in das Jugendheim Aarburg zurückgekehrt. Die beiden Ausreisser wurden nach einer Strolchenfahrt in Österreich gefasst.

Sie wurden daraufhin mit einem privaten Fahrzeug zurück ins Heim chauffiert – doch als sich die Türen öffneten, flohen die beiden erneut. Mittlerweile wurden sie wieder gefasst, wie Tele M1 meldet.

Genau für diese extremen Fälle gäbe es im Jugendheim ein Arrestzimmer, in das man die straffälligen Jugendlichen bis zu sieben Tage einsperren kann, um sie zur Vernunft zu bringen. Chromstahl-Toilette, Hocker und eine Pritsche – mehr hat es nicht darin.

Zumindest bis vor einem Jahr war dieses Vorgehen Praxis, doch dann entdeckte ein Richter eine Gesetzeslücke. «Bis jetzt hatten wir eine rechtliche Grundlage, Sanktionen für die Jugendlichen zu ergreifen, die durch die Jugendstaatsanwaltschaft eingewiesen worden sind. Aber wir hatten keine Grundlage für diejenigen, die von einem Familiengericht eingewiesen worden sind», sagt Andreas Senn, Chef der Sicherheitskommission.

In das Jugendheim in Aarburg kommen entweder strafrechtlich Eingewiesene oder von der Kinder- und Elternschutzbehörde KESB eingewiesene Jugendliche, die beispielsweise verwahrlost sind oder die Schule nicht mehr besuchen.

Aarburger Jugendliche flüchten erneut

Aarburger Jugendliche flüchten erneut (12.08.2016)

Nun soll diese Gesetzeslücke durch die Sicherheitskommission des Grossen Rates geschlossen werden. Es soll bei der Bestrafung nicht mehr auf die Art der Einweisung ankommen.

Der Direktor des Jugendheimes Aarburg, Hans Peter Neuenschwander, begrüsst diese rechtliche Änderung: «Das ist etwas, das sein muss. Ich bin froh, dass wir ab nächstem Jahr wieder mit einem klaren Regime fahren können.» (hug)

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