Steuern
Nicht einmal jeder Dritte hat seine Steuererklärung schon eingereicht

Ende März reicht man im Kanton Aargau offiziell seine Steuererklärung ein - oder doch nicht? Eine Umfrage bei den Steuerämter grosser Gemeinden hat ergeben, dass nicht mal jeder Dritte pünktlich ist.

Kim Ghilardi
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Nur 30% reichen ihre Steuern ende März ein (Archiv)

Nur 30% reichen ihre Steuern ende März ein (Archiv)

AZ

Vergangenen Woche war es wieder soweit: die Aargauer und Aargauerinnen wurden dazu angehalten, ihre Steuern einzureichen. Wer nun denkt, dass bei den Steuerämtern eine ganze Flut von Steuererklärungen hereinschwappt, der hat sich getäuscht. Tatsächlich reicht nur ein kleiner Teil der Bürger seine Steuern Ende März ein.

Die az hat bei Gemeinden nachgefragt und ist dabei auf ein Ergebnis gestossen, dass sehr einheitlich daherkommt. Bei den grossen Gemeinden Wettingen, Aarau, Baden und Wohlen schickten lediglich 30 Prozent der Einwohner ihre Steurerklärung schon jetzt ab. Die restlichen 70 Prozent lassen sich noch Zeit.

Schätzungsweise 5-10 Prozent der «säumigen» Steuerpflichtigen sind selbstständig erwerbend und müssen erst am 30. Juni ausweisen, was sie verdient haben. Andere sind Stockwerkeigentümer und sind von den Einschätzungen des Stockwerkeigentümerverbandes abhängig - auch sie zahlen später. Der Rest, und damit der grössere Teil, hat sich ganz einfach verspätet, die Frist im Getümmel der Ostereinkäufe verschlafen oder hat ganz regelkonform eine Fristverlängerung beantragt.

Die Gemeinden sehen es locker

Totz der geringen Anzahl der Steuererklärungen sind die Gemeinden deswegen nicht beunruhigt, man weiss um die Sorgen des Bürgers bescheid und möchte niemanden hetzen. Die Steuerbeamten wissen: Die Steuererklärungen laufen in den kommenden Wochen oder Monaten langsam ein. «Wir könnten das gar nicht alles auf eimal bewältigen», hört man aus den Steuerbüros. Schon bei 30 Prozent türmen sich die Unterlagen meterhoch.

Trotzdem: Wer bis Anfang Juni seine Steuererklärung noch nicht eingereicht hat, sollte gemäss Richtlinien des Kantons gemahnt werden. Das Verfahren sieht für die notorisch säumigen Steuerzahler sogar eine Busse vor. Es ist bekannt, dass die Gemeinden ihre liebe Mühe haben, wenn sie beim Erstellen des Budgets immer noch auf eine Vielzahl der Steuererklärungen warten müssen.

Doch auch hier bleiben die meisten Mahnungen aus. «Bei uns gehen die Mahnungen meist viel später raus», erklärt der Chef eines Gemeindesteueramtes, der nicht genannt werden will. Denn: «Erzählen sie das nicht rum, sonst geht das bei uns noch länger.»