Entlastet
Nez Rouge: Kurt Röthlisberger hat kein Geld veruntreut

Die Staatsanwaltschaft hat die Strafuntersuchung gegen den Geschäftsführer der Stiftung «Aarau eusi gsund Stadt» und Organisator von Nez Rouge Aargau eingestellt.

Fabian Hägler
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«Ich bin erleichtert, dass das Verfahren positiv abgeschlossen wurde und die Vorwürfe gegen mich nun ausgeräumt sind», bekräftigt Kurt Röthlisberger.

«Ich bin erleichtert, dass das Verfahren positiv abgeschlossen wurde und die Vorwürfe gegen mich nun ausgeräumt sind», bekräftigt Kurt Röthlisberger.

«Der Vorwurf, dass Kurt Röthlisberger Trinkgelder unrechtmässig verwendet hätte, ist nicht nachweisbar.» Dies hält die Stiftung «Aarau eusi gsund Stadt» in einer Mitteilung fest. Demnach hat die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau das Verfahren wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung gegen Röthlisberger eingestellt.

Der ehemalige Fussball-Schiedsrichter ist Geschäftsführer bei «Aarau eusi gsund Stadt» und seit Jahren als Leiter des Heimfahr-Dienstes Nez Rouge Aargau tätig. Vor zwei Jahren kritisierte die «Weltwoche» die fehlende Transparenz bei der Organisation. «Gerade bei einer Institution wie Nez Rouge, wo hohe Geldbeträge in bar einbezahlt werden, ist die Versuchung gross, sich für das (erfolgreiche) Engagement mit einem Griff in die Kasse selber zu belohnen.»

Nez Rouge Aargau spendet wenig

Überdies schrieb die Zeitung, es sei frappant, dass Nez Rouge Aargau deutlich weniger Spendengelder an gemeinnützige Institutionen weitergebe als andere Kantonssektionen. Dies sei besonders stossend, weil der Heimfahr-Dienst im Aargau mit Abstand am meisten Transporte ausführe und demnach auch am meisten Trinkgeld einnehme.

Aufgrund der beiden Artikel eröffnete die Staatsanwaltschaft von Amtes wegen ein Verfahren gegen Röthlisberger. Dieses wurde laut einer Verfügung, welche der az vorliegt, am 23. Februar eingestellt. Während der Untersuchung habe sich «kein anklagegenügender Tatverdacht» ergeben, der Tatbestand der Veruntreuung und der ungetreuen Geschäftsbesorgung sei nicht gegeben.

Die Stiftung «Aarau eusi gsund Stadt» nimmt diesen Ausgang des Verfahrens mit Genugtuung zur Kenntnis. Ihr Fazit: «Es besteht kein Anlass, an der ordentlichen Verwendung der Spenden zu zweifeln.» 2014 sei die Aktion Nez Rouge wieder sehr erfolgreich gewesen und habe landesweit am meisten Transporte durchgeführt. «Eine professionelle Führung ist für diesen Umfang notwendig», hält die Stiftung fest.

Keine Richtlinien für Trinkgelder

Stiftungsratspräsidentin Angelica Cavegn Leitner war für weitere Fragen nicht erreichbar. Kurt Röthlisberger sagte auf Anfrage der az: «Ich bin erleichtert, dass das Verfahren positiv abgeschlossen wurde und die Vorwürfe gegen mich nun ausgeräumt sind.»

Laut der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft gibt es weder eine vertragliche Regelung, noch Statuten oder Richtlinien über die Verwendung der Spendengelder. Deshalb sei es rechtmässig, dass Röthlisberger die Trinkgelder der transportierten Fahrgäste «in erheblichem Mass für den Aufwand (Benzin, Werbeaufwand, Freiwilligenessen)» von Nez Rouge eingesetzt habe.

Weiter hält die Staatsanwaltschaft fest, es sei nicht Zweck von Nez Rouge, die Spenden an gemeinnützige Organisationen zu verteilen. Vielmehr sollten die Trinkgelder verwendet werden, um die Aktion zu finanzieren.

Spenden für Fahrsicherheitstraining

Im vergangenen Jahr hat Nez Rouge Aargau die Trinkgelder nicht mehr gespendet, sondern zur Finanzierung von Fahrsicherheitstrainings eingesetzt. In diesen Lektionen, die vom TCS Aargau durchgeführt wurden, liessen sich die Freiwilligen für das Fahren im Winter ausbilden. Auch dieses Jahr sollen die Nez-Rouge-Trinkgelder wieder für die Fahrtrainings eingesetzt werden.