Nez Rouge hat mehr als 6000 Personen nach Hause chauffiert

Im Aargau feiert Nez Rouge gleich mehrere Rekorde und auch die Taxiunternehmen hatten in der Silvesternacht viel zu tun.

Noemi Lea Landolt
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Kurz vor Silvester suchte Nez Rouge Aargau noch 80 freiwillige Fahrerinnen und Fahrer. Trotz dieses kurzfristigen Aufrufs konnten die Verantwortlichen am Ende der 26. Aktion erfreuliche Zahlen präsentieren (AZ vom Freitag). Es gab sogar gleich mehrere Rekorde: Zum ersten Mal wurden über 3000 Fahrten absolviert, 108393 Kilometer zurückgelegt und 6089 Personen nach Hause gebracht. Die Freiwilligen haben im Dezember 1347 Einsätze absolviert.

Aber hatte es am Schluss auch genug Freiwillige in der Silvesternacht? Heinz Fehlmann, Präsident von Nez Rouge Aargau, sagt: «Wir haben noch 40 zusätzliche Fahrerinnen und Fahrer rekrutieren können.» Halb so viele, wie gesucht wurden. Aber das war offenbar halb so schlimm. «Wenn wir noch 40 Fahrerinnen und Fahrer mehr gehabt hätten, wären es fast zu viele gewesen», sagt Heinz Fehlmann. Im Vergleich zur Silvesternacht vor einem Jahr verzeichnete Nez Rouge Aargau in der Nacht auf den 1. Januar 2020 aber 50 Fahrten weniger. Das sei aber nicht daran gelegen, dass zu wenig Fahrerinnen und Fahrer unterwegs waren. «Wir konnten die Wartezeiten für unsere Fahrgäste dieses Jahr weiter reduzieren», sagt Heinz Fehlmann. Im Schnitt habe es knapp 30 Minuten gedauert, bis die Fahrgäste die Bestätigung erhielten, dass ein Team unterwegs zu ihnen ist. Es habe auch nur zehn Aufträge gegeben, die abgebrochen wurden. «Das ist ein gutes Zeichen und zeigt, dass die Fahrgäste mit unserer Dienstleistung zufrieden waren», sagt Heinz Fehlmann. In anderen Jahren habe es bis zu 30 Aufträge gegeben, die abgebrochen wurden.

Die Einnahmen liegen leicht über jenen vom Vorjahr

Nez Rouge ist eine Präventionskampagne für mehr Sicherheit auf den Strassen. Seit 26 Jahren sind die freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer im Kanton Aargau unterwegs. Die Saison dauerte dieses Jahr vom 28. November bis am 31.Dezember. Der Fahrdienst ist gratis. Es ist aber üblich, Trinkgeld zu geben, damit die Kosten gedeckt werden können. Einen Kassensturz hat Nez Rouge Aargau so kurz nach Ende der Aktion noch nicht gemacht. Laut Heinz Fehlmann liegen die Einnahmen aber leicht über jenen vom Vorjahr. Im Schnitt hätten die Fahrgäste etwas mehr Trinkgeld gegeben als letztes Jahr.

Die Nacht auf den 1. Januar gehört auch für Taxiunternehmen zu den besten des Jahres. Wer bei der Badener Taxi AG in der Silvesternacht arbeite, sei jeweils im September klar, sagt ­Roland Wunderli, Geschäftsführer der Badener Taxi AG. «Vom Umsatz her ist es eine gute Nacht, um zu fahren.»

Wer ein Taxi bestellte, musste ebenfalls warten

In Baden war er in der Silvesternacht mit einer 22 Auto starken Flotte im Einsatz, wie Roland Wunderli sagt. «Wir könnten aber auch mit doppelt so vielen Autos im Einsatz sein und es wären immer noch zu wenige.» Für die Taxi­gäste bedeutet die hohe Auslastung vor allem eines: längere Wartezeiten. Es könne im Extremfall mehr als eine Stunde dauern, bis ein Taxi komme, sagt ­Roland Wunderli. Er versteht, dass dies für die Gäste mühsam sein könne. «Aber wir tun, was wir können.»

Das Problem in der Silvesternacht sei, dass die meisten Fahrgäste un­gefähr um die gleiche Zeit nach Hause möchten. «Die Rushhour beginnt um 0.30 Uhr und dauert bis nach 3.30 Uhr», sagt Roland Wunderli. In dieser Zeit sei mit den längsten Wartezeiten zu rechnen.