Ansturm
Nez Rouge Aargau bringt so viele Personen heim wie noch nie

Nez Rouge Aargau hat im Dezember 4400 Fahrten gezählt – so viele wie noch nie. In der Silvesternacht hatten die ehrenamtlichen Helfer wie erwartet einen Ansturm zu bewältigen. Drei Fahrten mussten zurückgewiesen werden.

Philipp Zimmermann
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Florian Werner und Rolf Christen - zwei der fast 1000 ehrenamtlichen Helfer von Nez Rouge in diesem Dezember.

Florian Werner und Rolf Christen - zwei der fast 1000 ehrenamtlichen Helfer von Nez Rouge in diesem Dezember.

André Albrecht

Nez Rouge Aargau hatte für die Silvesternacht nicht nur einen Ansturm erwartet, sondern sich auch dafür gerüstet. 918 Personen, die ihr eigenes Auto nicht mehr selbst heimsteuern wollten, haben die Fahrer von Nez Rouge nach Hause begleitet. «Wir haben 72 Teams mit 144 Fahrern auf die Beine gestellt», sagt Präsident Kurt Röthlisberger. Diese absolvierten rund 400 Fahrten. Insgesamt waren 160 Freiwillige als Fahrer, Telefonisten oder Koordinatoren im Einsatz.

«Von 1 bis 4 Uhr waren unsere vier Telefonlinien andauernd besetzt», sagt Kurt Röthlisberger gegenüber der az. Der eine oder andere, der gern den Service beansprucht hätte, kam wohl gar nicht erst durch. Nez Rouge war in der Silvesternacht von 22 bis 5 Uhr erreichbar.

Fahrten wegen Sommerpneus zurückgewiesen

Mehr sei nicht dringelegen, so Röthlisberger. Denn ein grösses Angebot hätte auch mehr finanzielle Mittel für die Technik nötig gemacht, die nicht vorhanden sind.

Bei den Nez Rouge-Fahrten kam es zu keinem einzigen Unfall. Drei Fahrten wurden zurückgewiesen. «Wegen Sommerpneus», führt Röthlisberger aus. «Aber wir bieten den Leuten immer an, sie heimzufahren.»

Fast 1000 Helfer

Im ganzen Monat Dezember hat Nez Rouge Aargau 2200 Fahrten gezählt. Das ist ein neuer Rekord im 21. Jahr der Aktion. Und das sind 10 Prozent mehr als die 2000 im Vorjahr, die auch schon einen Rekord bedeuteten. Damit wurden rund 4400 Personen heimgefahren (Vorjahr: 4000). Nez Rouge zählte ausserdem eine zurückgelegte Strecke von 75'000 Kilometern. Dast ist mehr als anderthalb Mal um die Erde. Insgesamt haben sich fast 1000 Personen als ehrenamtliche Helfer für Nez Rouge Aargau engagiert.

Nicht nur Alkoholkonsum kann ein Grund sein, sich bei Nez Rouge zu melden. Das tun auch Personen wegen Müdigkeit, Drogen oder Medikamenten. Die Aktion Nez Rouge dauert von Anfang Dezember und endete am Neujahrstag.

Die Aargauer Fahrer absolvieren in der Schweiz weitaus am meisten Fahrten. Die Zürcher Sektion etwa kommt auf 700, der Tessin auf 79.

Zum ersten Mal will Nez Rouge Aargau nun einen Teil der Trinkgelder in die Weiterbildung der Fahrer investieren. Diese haben auch schon Bagatellunfälle verursacht, etwa beim Rückwärtsparkieren in eine fremde Garage. Dem wolle man vorbeugen.

Viele Schweizer Nez Rouge-Sektionen sind Vereine. Die Aargauer Sektion ist dagegen ein Projekt der Stiftung «aarau eusi gsund stadt».

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