Auswanderer-Serie
Neuseeland-Auswanderin: «Leute sind locker, gestresst wird selten»

Wie ausgewanderte Aargauerinnen und Aargauer leben, wo andere Ferien machen. Heute die Münchwilerin Gaby Welsh (49).

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Gaby Welsh lebt seit 1993 in Te Anau in Neuseeland

Gaby Welsh lebt seit 1993 in Te Anau in Neuseeland

Aargauer Zeitung

Wieso sind Sie ausgerechnet nach Neuseeland ausgewandert?

Gaby Welsh: Mein Mann Andrew ist Neuseeländer. Wir waren bereits acht Jahre lang Brieffreunde, als wir uns im Juli 1990 das erste Mal in der Schweiz trafen. Im April 1991 heirateten wir und wohnten zuerst in Neuhausen am Rheinfall. Im Januar 1993 zogen wir nach Neuseeland, wo wir noch immer leben.

Welches Wort in der Landessprache brauchen Sie am häufigsten und warum?

Hello, how are you. So begrüsst man sich jeden Tag, ob man sich zum 1. oder zum 20. Mal trifft.

Wie sicher fühlen Sie sich in Neuseeland, wenn Sie spazieren gehen?

Sehr sicher. Bei uns in Te Anau muss man keine Angst haben.

Neue Serie: Aargauer in aller Welt.

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Wie wohnen Sie?

Wir wohnen in Te Anau im Süden der Südinsel, in einem kleinen Miethäuschen. Vor zwei Jahren, als die Kinder von zu Hause wegzogen, sind wir in ein kleineres Haus gezügelt, direkt am Lake Te Anau, dem zweitgrössten See im Land. Das Dorf hat etwa 1900 Einwohner und liegt beim Fiordland National Park. Hier gibt es drei weltbekannte Wanderwege – The Great Walks – und zwar den Kepler, Routeburn und Milford Track. Für die vielen Touristen ist es deshalb vor allem im Sommer attraktiv. Im Winter ist es eher ruhig.

Wie weit ist es zur nächsten Einkaufsmöglichkeit?

Wir haben zwei Supermarkets bei uns im Dorf, etwa zwei Minuten mit dem Velo entfernt. Will ich aber zum Grosseinkauf, muss ich nach Invercargill fahren. Das dauert mit dem Auto etwa 1 3⁄4 Stunden pro Weg.

Welche Spezialität (Essen) in Ihrem Auswanderungsland mögen Sie am liebsten? Welche mögen Sie gar nicht?

Ich esse eigentlich alles. Besonders die Glacen sind sehr gut und günstig. Auf die Würste hingegen bin ich nicht so scharf.

Wie ist das Klima in Neuseeland?

Machen Sie mit!

Sie sind ausgewandert und möchten bei unserer "Aargauer im Ausland"-Serie mitmachen? Kontaktieren Sie uns via aargau@aargauerzeitung.ch, Betreff "Auslandaargauer"!

Was gefällt Ihnen am Leben, am Alltag in Ihrem Auswanderungsland am besten?

Die Leute sind sehr freundlich und locker, gestresst wird selten. Die Natur ist wunderschön und im Vergleich zur Schweiz hat es sehr viel Platz.

Und was stört Sie an Ihrem Auswanderungsland?

Eigentlich nichts, nur dass es so weit von der Schweiz entfernt ist.

Wie weit ist es zu den nächsten Nachbarn?

Die wohnen gleich nebenan. Und auf der anderen Seite haben wir einen Campingplatz.

Wohin fahren Sie selber in die Ferien?

In die Schweiz oder sonst innerhalb von Neuseeland.

Haben Sie manchmal Heimweh nach der Schweiz? Was vermissen Sie am meisten?

Manchmal schon, aber mit Telefon, Briefen oder E-Mails ist es ja heutzutage kein Problem mehr, in Kontakt zu bleiben. Und wir bekommen immer mal wieder Besuch aus der Schweiz oder kommen selber hierher. Wie in diesem Juli, um unserem Winter zu entfliehen und damit wir gleich noch an die Tour de France gehen können.

Was können die Schweizer von den Menschen in Neuseeland lernen?

Ruhe und Gelassenheit.

Nennen Sie drei Dinge, die man als Tourist in Neuseeland unbedingt sehen muss.

Queenstown ist ein Touristenmekka, im Sommer sowie auch im Winter. Milfordsound im Fiordland National Park lockt auch jedes Jahr gegen 400 000 Besucher an und Wellington wird als die coolste und kleinste Hauptstadt der Welt angepriesen. Natürlich gibt es noch viel mehr Sehenswertes wie Stewart Island, Moeraki Boulders, Dunedin und vor dem grossen Erdbeben war Christchurch sehr schön.

Nennen Sie drei Dinge, die man einpacken muss, wenn man Neuseeland bereist.

Fotoapparat, Sonnencreme und, je nachdem, wo man hingeht, Mückenschutz gegen die Sandflies.