Bildung im Aargau
Neun Schuljahre sind genug – Volksschule Aargau verbessert sich

Am Donnerstag ist die Aargauer Schulstatistik fürs Schuljahr 12/13 erschienen. Ein Vergleich mit den Daten von 1998 zeigt: Es gibt deutlich weniger verzögerte Schullaufbahnen – und viele fremdsprachige Kindergärtler.

Robert Benz
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Aargauer Schülerinnen und Schüler schliessen die obligatorische Schule vermehrt nach neun Jahren ab

Aargauer Schülerinnen und Schüler schliessen die obligatorische Schule vermehrt nach neun Jahren ab

Keystone

Jeder zweite Schüler schliesst die Volksschule später ab als vorgesehen - das war vor 14 Jahren und galt nur für deutschsprachige Kinder.

Bei den Fremdsprachigen betrug der Anteil der Nachzügler 69 Prozent.

Heute ist dieses Verhältnis deutlich erfreulicher: Von den deutschsprachigen Schülern sind es noch 38 Prozent, bei den fremdsprachigen Kindern sank der Anteil Nachzügler auf 56 Prozent.

Repetieren bringt wenig

«Wir sind sehr erfreut über diese Entwicklung. Das entspricht genau der Strategie des Bildungsdepartementes», sagt Christian Aeberli, Leiter Volksschule beim Bildungsdepartement.

Laut Aeberli bringt es wenig, schlechte Schüler eine Klasse repetieren zu lassen - ausser zusätzlichen Kosten.

«Es hat sich gezeigt, dass sich Repetierende nach kurzer Zeit leistungsmässig wieder am Schluss der Klasse befinden», so Aeberli.

Auch verspätete Einschulung oder ein Typenwechsel, z.B. ein Aufstieg von der Real- in die Sekundarsschule können Gründe für einen verspäteten Abschluss sein.

Ein Drittel fremdsprachige Kindergärtler

Dieses Schuljahr beträgt der Anteil der fremdsprachigen Kindergärtler 33.2 Prozent. An einigen Standorten ist diese Quote sogar noch weit höher.

In der Entwicklung der Bevölkerung sieht Aeberli denn auch eine Herausforderung.

Das BKS hat sein Programm «Deutsch als Zweitsprache» (DAZ) deshalb ausgebaut und in die Kindergärten gebracht.

Dies und die Integration der Heilpädagogischen Förderung seien Gründe für die statistische Verbesserung.

Auch der Überschuss von weiblichen Lehrkräften zeigt sich in der Statistik deutlich.

Der Frauenanteil beim Lehrpersonal liegt zurzeit bei 73 Prozent.

Aeberli: «Hier werden wir das Steuer vermutlich nicht herumreissen können. Das grösste Problem der Volksschule ist momentan jedoch der Lehrermangel.

Natürlich hätten wir gerne mehr männliche Lehrpersonen, aber der Unterricht einer Lehrerin ist qualitativ natürlich gleichwertig.»