Die Obstverarbeiter haben im Kanton Aargau im vergangenen Herbst rund zwei Millionen Liter Süssmost hergestellt. Am Süssmostqualitätswettbewerb im landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg in Gränichen wurden 83 Obstsäfte, darunter 16 Obstweine, aus dem Kanton Aargau beurteilt.

Fredy Boll aus Bergdietikon erlangte mit zwei Süssmosten gar das Punktemaximum. Seine Säfte sind von der Jury als «fruchtig, sauber, typisch, gehaltvoll und harmonisch» klassifiziert worden. Mit Boll gewinnt laut Othmar Eicher vom Verband Aargauer Obstveredler einer, der schon oft an der Spitze der Rangliste stand. Doch immer wieder bekämen auch neue Produzenten hohe Punktzahlen. In der Kategorie der Obstweine erreichte Dieter Staudacher und Erich Staudacher aus Mandach die maximale Punktzahl.

Goldene Medaille für «besonders gut»

Wenn ein Süssmost besonders gut sei, also einen guten Gesamteindruck aufweise, werde er beispielsweise beschrieben als: «fruchtig», «sehr aromatisch», «vielfältig», «edel» in der Nase (Geruch) und «ausdrucksvoll», «harmonisch», «gehaltvoll», «frisch», « edel» im Gaumen (Geschmack), heisst es in einer Mitteilung des Verbandes. Dann bekommt der Most 19 bis 20 Punkte und damit eine goldene Medaille.

Eicher selbst ist ebenfalls in der Jury. Die neutrale Beurteilung der selbst gemachten, naturreinen Fruchtsäfte gebe laut Mitteilung Auskunft über deren Vorzüge oder allfällige Mängel. Für jedes Saftmuster wurde am Wettbewerb eine Beurteilungskarte ausgefüllt. Wobei Ausprägung der Fruchtaromatik, Harmonie und Gesamteindruck des verkosteten Getränkes ebenso notiert wurden wie Wünsche oder Ansprüche an den Süssmost, seine Mängel und seine Oechslegrade. «Das ist vor allem eine Übungs- und Konzentrationssache», sagt Eicher.

Wettbewerb für Produzenten wichtig

Für die Produzenten sei der Wettbewerb wichtig: «Durch den Wettbewerb ist einerseits ein Qualitätsvergleich möglich, weil die Säfte von einer neutralen Jury beurteilt werden. Andererseits ist das Resultat aber auch ein Werbehilfsmittel für die Produzenten.» Die Süssmoste, welche bei der Degustation eine Mindestpunktzahl erreichen, werden mit einem Qualitätslabel ausgezeichnet.

Das Degustatorenteam attestierte den Teilnehmern mit einer durchschnittlichen Punktezahl von 17,37 Punkten, was einer Bronze-Medaille entspricht, eine gute Qualität.

Die Besten am Schweizer Wettbewerb

Mit 19 Punkten ebenfalls eine goldene Medaille für Süssmoste erhalten haben Walter Budliger (Sulz LU), Roland und Gisela Meyer (Zuzgen), Lukas Schilling (Leibstadt), Andreas Seeholzer (Illhart), Erich Staudacher (Mandach) und Andreas und Christoph Suter (Lupfig) wurde für zwei Säfte ausgezeichnet.

Die besten von 16 Obstweinen kamen von Erich Staudacher (Mandach) und Dieter Staudacher (Mandach) mit dem goldenen Punktemaximum sowie von Walter Budliger (Sulz), Gregor Rehmann (Kaisten) Monika und Daniel Schär (Staffelbach) mit je 19 Punkten und ebenfalls Goldmedaille.

10 Prozent der bestrangierten Teilnehmer in den Kategorien Süssmost und Obstwein qualifizieren sich für den Schweizerischen Süssmost-Qualitätswettbewerb im Februar.

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