Der Jahreswechsel brachte im Kantonsspital Aarau (KSA) einen Wechsel für Kaderärzte mit sich. Bis Ende 2018 haben alle Chefärzte und Leitenden Ärzte laut einer Mitteilung ein neues Lohnmodell erhalten und die entsprechenden Verträge unterzeichnet.

Der variable Teil des Lohnes ist am KSA nicht mehr mengenabhängig, sondern berücksichtigt die Kosten und orientiert sich am Erfolg des Unternehmens. Das heisst: Wer mehr operiert, erhält nicht mehr Lohn. Zudem verzichtet das neue Modell gänzlich auf Honorargemeinschaften von Chefärzten und Leitenden Ärzten.

So würden Fehlanreize beseitigt und ein stärkeres Kostenbewusstsein erreicht, heisst es in der Mitteilung . «Die Kaderärzte werden sich damit stärker für das gesamte Spital verantwortlich fühlen», erklärt CEO Robert Rhiner. Entwickelt wurde das Lohnmodell, mit dem das KSA auch politische Forderungen umsetzt, in den letzten 18 Monaten. Auch das Kantonsspital Baden hat auf das neue Jahr hin ein ähnliches Lohnmodell eingeführt (siehe Box).

Zum Thema wurde das bisherige Lohnmodell in Aarau im Rahmen der Honoraraffäre. Der Chefarzt Angiologie am KSA erfasste medizinische Leistungen auf seinen Namen, die er nicht selber erbracht hatte. Deshalb floss zu viel Geld in den Honorarpool, an dem der Arzt beteiligt war – er wurde vom Spital danach verwarnt, musste eine Rückzahlung leisten und wird das KSA im Frühling verlassen.

Abklärungen in Honoraraffäre

Mit dem Fall befasst sich auch die Politik, so verlangte die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Rats vom Regierungsrat einen umfassenden Bericht und diverse Dokumente.

Sie will wissen, wie die Kantonsspitäler beaufsichtigt werden und was zur Aufklärung der Vorwürfe unternommen wurde. «Der Regierungsrat hat der GPK unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen die verlangten Informationen und Unterlagen fristgerecht zukommen lassen und die entsprechenden Fragen beantwortet», hält Regierungssprecher Peter Buri dazu auf Anfrage fest. Das weitere Vorgehen sei Sache der Kommission, darauf habe die Regierung keinen Einfluss.

Noch offen ist, ob die Affäre für den fehlbaren Chefarzt strafrechtliche Folgen hat. Im November ersuchte der Regierungsrat die Staatsanwaltschaft, die Einleitung eines Strafverfahrens zu prüfen. «Die Abklärungen laufen», sagt Fiona Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, dazu auf Anfrage.