Fischereigesetz
Neues Gesetz regelt, wie Fischer fischen dürfen

Die Regierung entschärft die strittigen Punkte im Fischereigesetz deutlich. So wurde das Vorkaufsrecht des Kantons neu sehr zurückhaltend formuliert, die Enteignung ist nicht mehr so leicht möglich.

Hans Lüthi
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Ein Angler bei seinem Hobby an der Surb

Ein Angler bei seinem Hobby an der Surb

Walter Schwager

Das Fischereigesetz gehört zu den ältesten Gesetzen im Kanton, Mitte Mai wird es 150 Jahre alt. Die Anhörung zum ersten Revisionsentwurf ergab eine breite Zustimmung von Parteien, Verbänden, Gemeinden und Privaten. Bis auf diese zwei Punkte: Das Vorkaufsrecht des Kantons wurde neu sehr zurückhaltend formuliert, die Enteignung ist nicht mehr so leicht möglich.

Konkret soll der Kanton sein Vorkaufsrecht nur geltend machen können, wenn Miteigentümer darauf verzichten. «Es muss wiederholt eine schwerwiegende Verletzung gesetzlicher Pflichten vorliegen», schreibt die Regierung zum präzisierten Entwurf. Die 42 Seiten dicke Botschaft zum Gesetz ist von der Regierung samt Synopse mit den 33 Paragrafen an den Grossen Rat verschickt worden. Damit kann es im Laufe des Sommers im Parlament in 1. Lesung beraten werden.

Verpachtung ohne Versteigerung

Neu wird die Verpachtung nicht mehr via eine öffentliche Versteigerung an die meistbietende Person erfolgen. Das Departement legt den Pachtzins selber fest, gestützt auf eine ökologische und fischereirechtliche Bewertung, und schreibt die Reviere öffentlich aus. «Die Zuteilung erfolgt nach qualitativen Kriterien», schreibt die Regierung.

Das heisst: «Berücksichtigt werden Pächterinnen und Pächter, welche eine nachhaltige und ökologische Fischerei am besten gewährleisten können.» Mit dieser Aussage zeigt der Kanton gleichzeitig, was in Zukunft wichtig ist. Bei mehreren Bewerbungen werden die beteiligten Personen vor dem Entscheid angehört. In Weihern, Gewässern mit Fischaufzucht und im Hallwilersee soll eine freihändige Verpachtung möglich sein.

Ausbildung und Fischereikarte

Mit dem Kauf einer Fischerrute ist es nicht getan, seit Anfang 2009 ist die Anglerausbildung in der ganzen Schweiz obligatorisch. Die schriftliche Erfolgskontrolle heisst Sachkundenachweis und bescheinigt die nötigen Kenntnisse über Fische und Krebse sowie eine tierschutzgerechte Ausübung der Fischerei. Die Pächter staatlicher Reviere erhalten eine Fischereikarte und können gemäss Vertrag auch weitere Karten ausstellen.

Für die vier Flüsse Rhein, Aare, Reuss und Limmat sowie für den Hallwilersee gewährt der Kanton zudem das Freianglerrecht (Patentsystem). Diese Überlappung habe sich bewährt, aber Freiangler müssen an Aufsicht und Hege mitbezahlen.

Neu ist der kantonale Fischereiverband für die Aus- und Weiterbildung der Fischer verantwortlich. Die Ausbildung der Fischereiaufseher obliegt dem zuständigen Departement.