Psychiatrische Dienste Aargau

Neuer Chefarzt der Aargauer Kinder- und Jugendpsychiatrie schon wieder weg

Stephan Kupferschmid hatte die Leitung des Bereichs erst im November 2016 übernommen.

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie

Stephan Kupferschmid hatte die Leitung des Bereichs erst im November 2016 übernommen.

Stephan Kupferschmid hatte die Bereichsleitung erst im November 2016 übernommen. «Auch wir sind von seinem Entscheid überrascht», sagt PDAG-CEO Jean-François Andrey. Ausschlaggebend für den Abgang dürften falsche Vorstellungen von der Leitungsposition sowie die hohe Belastung sein.

Die Psychiatrischen Dienste Kanton Aargau verlieren eines ihrer Aushängeschilder. Denn: Als im November 2016 Jürg Unger die PDAG verliess, war es das Ende einer Ära. Unger, nationale Koryphäe auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie, war jahrelang Chefarzt gewesen und hatte die Institution mitgeprägt und landesweit bekanntgemacht.

Gleichzeitig hätte es der Beginn einer neuen Ära werden sollen. Die Klinikleitung hatte viel Zeit und Energie in ein aufwendiges Auswahlverfahren für Ungers Nachfolge investiert. Gewählt wurde der 40-jährige Stephan Kupferschmid. Er kam als Leitender Arzt von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Bern.

Doch aus einer «Ära Kupferschmid» wird in Windisch nichts. Wie die Klinik am Dienstag in einem Communiqué knapp schrieben, habe sich Kupferschmid «entschieden, die PDAG zu verlassen und eine neue Aufgabe anzunehmen». 

Weder zur Zukunft Kupferschmids noch zu den Gründen seines schnellen Abgangs wurde in der Medienmitteilung etwas kommuniziert.

Auf Nachfrage der az sagt CEO Jean-François Andrey am Telefon: «Auch für uns kommt sein Entscheid überraschend. Wir hätten ihn gerne behalten.»

Andere Vorstellungen

Kupferschmid habe sich die Führungsfunktion als Bereichsleiter anders vorgestellt, sagt Andrey: «Er machte den Sprung vom Leitenden Arzt zum Chefarzt und Bereichsleiter. Die Vielfalt der Arbeiten aber auch der Anforderungen haben ihn dazu gebracht, sich neu orientieren zu wollen.»

Nicht zuletzt sei die Belastung sehr hoch gewesen. Fakt ist: Mit einer Reorganisation wurden in den vergangenen Monaten vier Standorte und Kulturen in einer neuen Klinik zusammengeführt. Dies sei, so Andrey, «sehr anspruchsvoll».

«Verwaltungsrat und Geschäftsleitung bedauern den Weggang sehr. Zumal wir auch sehr viel Zeit in die Rekrutierung, Begleitung und Weiterentwicklung des Bereiches investiert hatten.»
Den Entscheid Kupferschmids gelte es aber zu respektieren. Die Bereichsleitung übernehmen per sofort die beiden Stellvertreter Raphael Eisenring (klinische Gesamtverantwortung) sowie Philipp Hammelstein (organisatorische Gesamtverantwortung) in einer Co-Leitung.
Laut Jean-François Andrey werde man nun ein neues Auswahlverfahren vorbereiten, in dem man sowohl interne als auch externe Kandidatinnen und Kandidaten prüfe.
Stephan Kupferschmid war bislang nicht erreichbar.

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Autor

Mario Fuchs

Mario Fuchs

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