Dellenbach-Nachfolge

Neuer AKB-Chef Pascal Koradi: «Der Lohn ist nicht der entscheidende Faktor»

Pascal Koradi ist neuer CEO der AKB

Pascal Koradi ist neuer CEO der AKB

Post-Finanzchef Pascal Koradi ist neuer CEO der Aargauischen Kantonalbank (AKB). Er löst im dritten Quartal 2016 Rudolf Dellenbach ab, der nach dem Eklat um den designierten AKB-Chef Andreas Waespi vorerst weiter auf seinem Posten verblieben ist.

Jetzt ist die Nachfolge nach monatelanger Suche geregelt: Post-Finanzchef Pascal Koradi wird neuer Geschäftsführer der Aargauischen Kantonalbank (AKB). Er ersetzt Rudolf Dellenbach, der nach dem Eklat um Andreas Waespi weiter auf seinem Posten blieb.

Begrenzt auf höchstens 600 000 Franken pro Jahr – das sagt Pascal Koradi zu seinem Lohn.

Begrenzt auf höchstens 600 000 Franken pro Jahr – das sagt Pascal Koradi zu seinem Lohn.

Das Aargauer Parlament hat den Lohn für den Chef der Aargauischen Kantonalbank auf 600'000 Franken begrenzt. Dafür gab es aus Bankkreisen Kritik. Bankratspräsident Dieter Egloff etwa sagte, dass der «Lohndeckel die Nachfolgersuche für den neuen AKB-Chef massiv erschwert».

Was sagt nun der neue CEO Pascal Koradi zum Lohn? «Selbstverständlich ist die Gesamtentlöhnung ein wichtiger Faktor, aber nicht der entscheidende», sagt Koradi zu Tele M1. «Entscheidend ist, dass man eine Aufgabe hat, die einen begeistert. Und das tut sie.»

Ein Aargauer an der Spitze der AKB

Der Kanton Aargau ist für den neuen AKB-CEO ein bekanntes Pflaster. Koradi lebt in Möriken-Wildegg. Vor seiner Tätigkeit bei der Post arbeitete er bei der Neuen Aargauer Bank (NAB), zuerst als Leiter Tresorerie, dann als Leiter Handel und zuletzt als Finanzchef (CFO) und Mitglied der Geschäftsleitung.

Der 43-jährige Pascal Koradi studierte Betriebswirtschaft mit Vertiefungsrichtung Finance an der Universität Zürich. Er verfügt über einen Abschluss als "Chartered Financial Analyst" (CFA) und absolvierte ein Weiterbildungsprogramm an der University of California.

Das sagt der abtretende Rudolf Dellenbach zu seinem Nachfolger.

Das sagt der abtretende Rudolf Dellenbach zu seinem Nachfolger.

Koradi hat berufsbegleitend eine Dissertation zum Thema "Ausgestaltung der Finanzberichterstattung als mögliche Erklärungsgrösse für wichtige Werttreiber einer Regionalbank" an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich verfasst. Die Arbeit wird in den nächsten Wochen publiziert.

Für Bankrat "der Wunschkandidat"

Für AKB-Bankpräsident Dieter Egloff und den Bankrat sei Pascal Koradi die Wunschbesetzung für das Amt des neuen Direktionspräsidenten. Durch seinen ausgezeichneten betriebswirtschaftlichen Hintergrund und seine langjährige Führungstätigkeit sei er der richtige Mann, um die AKB in die Zukunft zu führen, wird Egloff im Communiqué zitiert.

Eigentlich hätte Andreas Waespi, der frühere Chef der Bank Coop, am 1. Mai 2015 neuer Chef der Aargauischen Kantonalbank werden sollen. Er war im Juli 2014 vom Bankrat zum Nachfolger von Rudolf Dellenbach gewählt worden.

Neuer AKB-Chef trotz Lohndeckel gefunden

Neuer AKB-Chef trotz Lohndeckel gefunden («TeleM1»-Bericht)

Ende Oktober 2014 wurde er von der Finanzmarktaufsicht (Finma) mit einem dreijährigen Berufsverbot belegt und konnte den Spitzenjob in Aarau nicht antreten. Grund waren jahrelange Kursmanipulationen der Bank Coop bei der eigenen Inhaberaktie.

Waespi wurde als Hauptverantwortlicher für die "erheblichen Stützungskäufe" beschuldigt. Er entschuldigte sich, bezeichnete das Finma-Verdikt aber als unverhältnismässig und unangemessen. Auf einen Rekurs verzichtete er. Dellenbach blieb vorerst AKB-CEO.

Koradi verdient erheblich weniger als sein Vorgänger

Der Bankrat nahm die Suche erst im Juni dieses Jahres, nach Abschluss der Revision des AKB-Gesetzes, wieder auf. Denn bei dieser Revision beschloss das Aargauer Kantonsparlament unter anderem die Deckelung der Entschädigung für den AKB-Chef.

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Hitzige Diskussion im Juli wegen gekürztem Lohn: Findet die AKB einen neuen Chef?

Der neue AKB-Chef wird nicht mehr als 600'000 Fr. pro Jahr verdienen. Das Aargauer Parlament bleibt hart und hat einen Kompromiss der Regierung abgelehnt. Bei der Bank ist man enttäuscht und fürchtet, so keinen fähigen Nachfolger für CEO Dellenbach zu finden.

Dieser darf neu höchstens doppelt so viel verdienen, wie ein Regierungsrat. Ein Mitglied der Regierung erhält pro Jahr knapp 300'000 Franken. Koradi wird folglich rund 600'000 Franken verdienen als AKB-Chef.

Noch-Direktionspräsident Dellenbach verdiente 2014 brutto 930'000 Franken, wie aus der Botschaft des Regierungsrates zum AKB-Gesetz hervorging. (sha/sda/pz)

Lesen Sie hier den Kommentar zur Wahl von Pascal Koradi.

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