So knapp sei die Entscheidung noch nie ausgefallen, sagte Moderator Sven Epiney kurz vor der Siegerehrung. Doch Oliver Hegi setzte sich gegen seine Mitstreiter aus dem Aargau durch, er holte beim Voting 34,7 Prozent der Stimmen und wurde von der Aargauer Bevölkerung und von den 700 Gästen der Preisverleihung zum «Aargauer des Jahres» 2018 gewählt.

Der 25-jährige Kunstturner und Reck-Europameister aus Schafisheim dachte eigentlich, dass seine Saison in Sachen Siegerehrungen mit den zwei EM-Medaillen abgeschlossen gewesen sei. Auf der Bühne stand er erst mal sprachlos da.

Oliver Hegi, herzliche Gratulation, Sie sind Aargauer des Jahres. Wie fühlen Sie sich?

Oliver Hegi: Ein wenig überrumpelt, ich habe es nicht erwartet. Es ist ein tolles Gefühl und es zeigt einem, wie viel Unterstützung man wirklich hat und das ist sehr schön.

Wie haben Sie den Moment der Verkündung auf der Bühne erlebt? Sven Epiney hat es spannend gemacht.

Bis kurz vor dem Moment, als wir auf der Bühne standen, war alles gut, ich konnte das Programm geniessen. Aber dann auf der Bühne wurde ich doch nervös und bekam schwitzige Hände, weil es so lange ging.

Sie haben dieses Jahr mit den beiden Gold- und Bronzemedaillen bereits zwei wichtige Titel gewonnen, was bedeutet Ihnen der NAB-Award?

Im Turnen habe ich bereits sehr vieles erreicht und diese Auszeichnung zeigt mir jetzt, dass ich extrem viel Unterstützung habe von meinen Freunden, von meiner Familie, aber auch von Menschen aus dem Aargau. Das zeigt, wie weit der Sport jetzt gekommen ist und das macht mich sehr stolz.

Oliver Hegi ist Aargauer des Jahres

Oliver Hegi ist Aargauer des Jahres

So knapp wie am Samstag war die Entscheidung bei den Wahlen zum Aargauer des Jahres noch nie. Der Kunstturner Oliver Hegi holte sich knapp den Sieg.

Sie haben jahrelang hart trainiert für Ihren Erfolg, was mussten Sie dafür opfern?

Sehr vieles. Bei mir als Kunstturner, der so einen grossen Aufwand hat, ist es sicher die Freizeit, die darunter leidet. Wir hatten von jungen Jahren an nie viel Freizeit. Die Schule hat auch darunter gelitten. Ich habe sehr viel Gewicht auf das sportliche gelegt, konnte manchmal gewisse Schulstunden nicht besuchen und musste den Schulstoff dafür selbstständig nacharbeiten. Aber im Grossen und Ganzen war es das auf jeden Fall wert.

Schafisheim hat im Vorfeld mit grossen Plakaten am Strassenrand für Sie als Finalist dieser Verleihung geworben, wie war das für Sie?

Sehr speziell, ich fand es Wahnsinn, dass meine Freunde auf eigene Faust so etwas gemacht haben. Das hätte ich nicht erwartet. Dafür möchte ich ihnen danken.

Wie werden Sie den NAB-Award feiern?

Es wird keine riesige Party geben, ich werde anstossen mit meinen Freunden und meiner Familie und danach werde ich heimfahren und schlafen. Ich bin noch sehr müde vom Training dieser Woche.

Gönnen Sie sich keine Pause?

Ende Monat dann, zwischen Weihnachten und Neujahr haben wir Ferien, dann kann ich herunterfahren.

Wie geht es für Sie auf sportlicher Ebene weiter nach heute Abend?

Meine nächsten grossen Events sind die EM im April nächstes Jahr in Polen und die WM in Stuttgart.