Technischer Fortschritt
Neue Dienstausrüstung: Die Aargauer Polizei ist jetzt auch mit Tablet auf Patrouille

Die Aargauer Polizei modernisiert ihre Technik. Neu tragen Polizisten neben Waffe, Handschellen, Taschenlampe und Funkgerät auch ein Tablet mit sich. Im Einsatz sind sie so besser informiert

Mario Fuchs
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Ab sofort immer dabei: Laptop, der auch ein Tablet ist.

Ab sofort immer dabei: Laptop, der auch ein Tablet ist.

Kapo AG

Was ein Kantonspolizist mit sich herumträgt, ist nicht gerade leicht: Zur Ausrüstung gehören etwa die persönliche Waffe im Holster, Handschellen, eine Taschenlampe, Handschuhe, ein Mehrzweckmesser, Schreibmaterial, ein Funkgerät. Jetzt kommt für die Aargauer Einsatzkräfte ein weiteres Teil hinzu: ein sogenanntes «Detachable Notebook». Im kürzlich veröffentlichten Jahresbericht 2015 erklärt die Aargauer Polizei, worum es sich dabei handelt: «Für die mobile Datenerfassung und -abfrage setzt die Kantonspolizei konsequent auf mobile Geräte, die sowohl als Notebook als auch als Tablet genutzt werden können.» Bis Mitte 2016 sollen «alle ausrückenden Mitarbeitenden mit mobilen Informatikmitteln ausgerüstet werden».

Auf Nachfrage erklärt Medienchef Roland Pfister: «Die neuen Geräte erlauben es, bereits auf Patrouille Rapporte zu eröffnen und im System Abfragen zu machen.» Dies sei möglich dank einer integrierten SIM-Karte, die eine spezielle gesicherte Internetverbindung herstelle. Bisher habe man zwar in jedem Patrouillenfahrzeug ein Abfragegerät für Fahndungsausschreibungen gehabt. «Auf Rapporte konnten unsere Polizistinnen und Polizisten an der Front aber nicht zugreifen, obwohl das oft sehr hilfreich wäre.» Die neuartigen Computer werden den Mitarbeitenden persönlich zugeteilt. Damit entfallen auch die fixen Desktop-Arbeitsplätze auf dem Posten. Unterwegs können die Polizisten so zudem Wartezeiten verkürzen. Pfister gibt ein Beispiel: «Wenn jemand nach einem Unfall im Spital liegt und nicht sofort befragt werden kann, kann die Zeit bereits für die Rapportierung genutzt werden.» Angehörige der Mobilen Einsatzpolizei haben die neuen Geräte bereits erhalten. Die Rückmeldungen seien «sehr positiv».

Fast gleichzeitig mit dem Wechsel der Hardware wird auch die Software aktualisiert. Das rund 15-jährige Rapportierungssystem «Rapol» – eine Software darf nach dieser Zeitspanne als uralt bezeichnet werden – wird vom neuen System «Polaris» abgelöst. Bis im Sommer laufen die beiden Systeme noch parallel weiter, in dieser Zeit finden die nötigen Schulungen des Personals statt.

Eine weitere Modernisierung gibt es in der Funktechnik: In den letzten Wochen und Monaten wurde eine neue Generation der Polycom-Handfunkgeräte an das Korps ausgeliefert. «Das hat mit dem Alter der bisherigen Geräte zu tun», erklärt Pfister. Wie wenn Privatpersonen ihr Mobiltelefon durch ein neues auswechselten, müsse man dies nach einigen Jahren auch mit Funkgeräten tun. 2003 hatte die Kapo auf den digitalen Funk umgestellt, was damals als Meilenstein galt: Neu konnte jeder Polizist über ein eigenes Handfunkgerät erreicht werden – davor hatte es einzig Funkgeräte in den Polizeiwagen sowie einzelne Handfunkgeräte auf Polizeiposten gegeben. Während Grossfahndungen war es unmöglich, dass sich alle absprechen konnten.

Diese Anschaffungen tätigt die Kantonspolizei in einer Zeit, in der sie – wie fast alle Bereiche des Kantons – vom Sparprogramm betroffen ist. Pfister bestätigt: «Natürlich ist unser Sachaufwand eingeschränkt, aber es gibt schlicht Erneuerungen, um die wir nicht herumkommen.» Grundsätzlich sei man gut ausgerüstet. «Wir anerkennen, dass wir auf einem guten technischen Stand sind. Durch die einschneidenden Sparmassnahmen müssen wir einfach klare Prioritäten setzen und noch sorgfältiger planen.»

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